In der dritten Viertelstunde der ersten Halbzeit erarbeiteten sich die Berner erstklassige Chancen am Laufmeter. Zweimal landete der Ball an der Torumrandung, weitere Male verhinderten Pech oder der in Hochform befindliche FCL-Goalie David Zibung sicher scheinende Tore. Allein Goalgetter Guillaume Hoarau hätte mehrere Tore erzielen können oder müssen.

Es spricht für die derzeitige Moral der Berner, dass sie sich durch das Pech nicht vom weg abbringen liessen. Sie führten ihre offensiven Bemühungen nach der Pause fort und wurde schon nach wenigen Sekunden mit dem Ausgleich belohnt. FCL-Verteidiger Nicolas Haas lenkte einen Schuss von Yoric Ravet aus rund 20 Metern leicht ab. Haas seinerseits hatte Luzern nach gut einer halben Stunde in Führung gebracht - just bevor die Young Boys ihr Feuerwerk abzubrennen begannen.

Luzerns Trainer Markus Babbel darf mit der jüngsten Entwicklung seiner Mannschaft zufrieden sein. Nach den beiden Siegen gegen St. Gallen und Lausanne lieferten die Innerschweizer einer starken Berner Mannschaft einen guten Kampf. Die vorangegangene schlechte Serie mit fünf Niederlagen und einem Unentschieden scheinen die Spieler aus den Köpfen gebracht zu haben.

So verdient die späte Führung der Berner nach 86 Minuten war, so glückhaft war das per Hecht-Kopfball erzielte Tor des eingewechselten Yuya Kubo. Als Ravet von der rechten Seite die entscheidende Flanke trat, war Kubo leicht im Offside. Das Tor hätte nicht zählen dürfen. Aber die Innerschweizer sorgten aus eigener Kraft für die Gerechtigkeit - mit einem wunderbaren Kopfball-Tor in der Nachspielzeit, dem zehnten Saisontor des früheren YB-Stürmers Marco Schneuwly.