Luzern - Vaduz 0:0

Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel

Markus Babbel während seines ersten Spiels als Trainer von Luzern

Markus Babbel während seines ersten Spiels als Trainer von Luzern

Markus Babbel musste sich bei seinem Einstand als Luzern-Trainer mit einem 0:0 gegen Aufsteiger Vaduz begnügen.

Ein Drittel der Meisterschaft ist gespielt und der FC Luzern wartet weiterhin auf seinen ersten Sieg. Gestern gabs gegen den eher biederen Aufsteiger aus Vaduz nur ein 0:0. Trotzdem ist bei den Innerschweizern so etwas wie Zuversicht auszumachen. Diese Zuversicht ist mit dem Namen Markus Babbel verknüpft. Der Europameister von 1996 wurde vor einer Woche als Nachfolger des entlassenen Carlos Bernegger vorgestellt. Luzerns Captain Claudio Lustenberger sagte: «Wenn wir weiter so kompakt spielen, hat es jede Mannschaft schwer gegen uns.»


Doch wahnsinnig viel hat sich in der kurzen Zeit beim FC Luzern nicht getan. Zumindest resultatmässig. Und sonst? Babbel jedenfalls stuft dieses 0:0 gegen Vaduz als Fortschritt ein. «Trotz dem enttäuschenden Resultat muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen», sagt der 42-jährige Bayer. «Denn sie hat eine schwierige Situation gut gemeistert. Die Mannschaft ist hintengut gestanden und sie hat sich gegen einen defensiv orientierten Gegner etliche Chancen herausgespielt. Ausserdem hat sie es geschafft, das Publikum mitzureissen.»

Kein Novum beim FC Luzern

Dagegen gibt es nicht allzu viel einzuwenden. Aber: Es ist kein Novum in dieser Saison, dass Luzern das überlegene Team ist und trotzdem nicht gewinnt. Und: Gegen den FC Vaduz, wie er gestern auftrat, ist es verhältnismässig einfach, die defensive Ordnung aufrechtzuerhalten. In der 49. Minute kamen die Liechtensteiner zum ersten Abschluss, einem harmlosen Distanzschuss von Steven Lang. Und in der 56. Minute zum ersten Eckball – so viel zur defensiven Prüfung für Luzern.


Gleichwohl machten die Luzerner vieles richtig. Ihre geduldige, unaufgeregte Spielweise kontrastierte mit der ungemütlichen Tabellenlage. Ihr beharrliches Pressing deutete auf die Lust zur Wiedergutmachung. Und ihr solidarisches Auftreten liess darauf schliessen, dass die Mannschaft intakt ist. «Jeder von uns hatte eine bessere Zweikampfquote als sein direkter Gegenspieler. Denn jeder von uns hat gewusst, worum es geht.»

Die Chancen wären da gewesen

Trotz der krassen Überlegenheit war es kein Feuerwerk, das der FC Luzern zündete. Dafür war er auf den letzten 20 Metern zu wenig konkret. Trotzdem erarbeitete er sich Chancen, um sich mit einem 2:0 oder 3:0 ein wenig zu entfesseln. Lustenberger und zweimal Lezcano vergaben schon vor der Pause gute Möglichkeiten. Lezcano, wieder er, scheiterte auch nach der Pause zweimal. Aber auch Schneuwly, mit sechs Treffern Topskorer der Luzerner, traf in der Nachspielzeit nur die Latte.
«Es wäre der Klassiker gewesen»


«Es gibt nichts schönzureden», sagte Lustenberger. «Wir laufen zwar wie die Verrückten und haben das ganze Spiel im Griff. Aber wenn wir Pech haben, verlieren wir sogar noch.» Denn Vaduz kam in der Schlussphase – ohne zu wissen wie – zu zwei hochkarätigen Chancen. Der nordkoreanische Stürmer Pak (80.) hatte Torhüter Zibung bereits umlaufen, doch der auffällige Affolter stoppte den Nordkoreaner. Und eine Minute später traf der eingewechselte Schürpf aus kurzer Distanz das Aussennetz. «Es wäre der Klassiker gewesen, wenn wir zum Schluss noch ein Tor kassiert hätten», resümierte Babbel.

Luzern - Vaduz 0:0

15'019 Zuschauer. - SR Jaccottet.

Luzern: Zibung; Thiesson, Sarr, Rogulj (11. Affolter), Lustenberger; Freuler; Winter, Bozanic, Lezcano, Jantscher (75. Hyka); Schneuwly.

Vaduz: Klaus; Untersee, Stahel, Kaufmann, Burgmeier (72. Schürpf); Cecchini, Ciccone (46. Kryeziu), Muntwiler, Lang; Neumayr; Pak (89. Kuzmanovic).

Bemerkungen: Luzern ohne Bento, Lamas (verletzt) und Wiss (gesperrt). Vaduz ohne Jehle, Pergl, Sara, Abegglen, von Niederhäusern (alle verletzt) und Grippo (gesperrt). 91. Lattenschuss Schnewly. Verwarnungen: 34. Burgmeier (Foul), 39. Bozanic (Foul), 45. Muntwiler (Foul), 62. Kryeziu (Foul), 82. Thiesson (Foul).

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