FC Basel

Zukünftiger FCB-Trainer Raphael Wicky: «Ich bin absoluter Fussball-Basler»

Die neuen Gesichter des FC Basel: Raphael Wicky und Marco Streller

Die neuen Gesichter des FC Basel: Raphael Wicky und Marco Streller

Wie denkt der neue FCB-Trainer Raphael Wicky? Bei seiner ersten Medienkonferenz gibt der zukünftige FCB-Trainer Einblicke in seine Spielidee und seine Heimatgefühle.

Herr Wicky, Sie sind ab Sommer neuer Trainer des FC Basel. Wie viel Mut brauchte es, diesen Job anzunehmen?

Raphael Wicky: Ich würde nicht sagen Mut. Viel mehr braucht es Überzeugung von sich selbst und Glaube an seine eigenen Stärken. Und all das habe ich. Ich bin überzeugt von meiner Fachkompetenz, habe ein gesundes Selbstvertrauen und bin daher auch der richtige Trainer für den FC Basel. Ausserdem muss man wissen, wo man gut ist, und wo man sich vielleicht noch verbessern kann. Ich habe sieben Jahre im Nachwuchs verbracht. Dieser Schritt ist jetzt zwar ein grosser, aber es ist der richtige.

Raphael Wicky: «Nicht Mut, Überzeugung braucht es»

Raphael Wicky: «Nicht Mut, Überzeugung braucht es»

Wann hat der neue Sportchef Marco Streller erstmals mit Ihnen gesprochen?

Ich wurde über Ostern, als ich nicht in Basel war, kontaktiert und dann wurde mir gesagt, dass die neue sportliche Leitung mich gerne am Dienstag zu einem Gespräch einladen würde und ich mir Gedanken machen solle. Dieses Konzept habe ich dann am Dienstag präsentiert.

Und dann?

Waren offenbar alle sehr zufrieden damit. In der Folge wurde ich für diesen Freitag noch einmal eingeladen, damit mich der neue Präsident auch noch kennenlernen konnte.

Was beinhaltet Ihr Konzept?

Darin sind meine Vorstellungen für den Verein, den Nachwuchs und meine Ziele festgehalten. Und auch, wie ich eine Mannschaft führen und trainieren will. Inklusive meiner Spielphilosophie.

Und wie sieht die aus?

Ich mag den konstruktiven und attraktiven Fussball sehr gerne. Ich mag Ballbesitz. Ich will im taktischen Bereich flexibel sein – sowohl offensiv als auch defensiv. Und natürlich ist es auch unser Ziel, Emotionen und Leidenschaft zu wecken. So, dass der Fan gerne ins Stadion kommt.

Raphael Wicky: «Wir wollen Emotionen wecken»

Raphael Wicky: «Wir wollen Emotionen wecken»

Beschreiben Sie uns Ihre Gefühlslage.

Ich glaube, die Gefühle und Emotionen kommen erst noch. Im Moment ist alles so stressig und hektisch. Ich funktioniere gerade einfach, hetze von einem Termin zum anderen. Und irgendwann, wenn ich am Abend ins Bett falle, dann werden die Emotionen wohl kommen. Aber sicher ist eine riesige Freude da. Ich bin stolz, Trainer von diesem grossen Club und dieser grossen Mannschaft sein zu können. Dazu kommt eine grosse Vorfreude auf meine Aufgabe.

Können Sie sich mit dem Konzept «für immer rotblau» identifizieren?

Ich kann mich mit allen Zielen voll identifizieren. Aber dieses Konzept ist für drei Jahre gedacht. Das heisst also nicht, dass wir im Sommer in ein Extrem verfallen, und sofort zehn U21-Spieler in der Stammelf haben werden. Aber natürlich will ich junge Spieler integrieren und weiterentwickeln. Letzteres habe ich mir selber immer gewünscht, als ich noch aktiv war und das werde ich nun auch versuchen. Aber wenn ein Spieler gut ist, dann ist es auch egal, wie alt er ist.

Der designierte FCB-Sportchef Marco Streller zur Wahl des neuen Trainers

Der designierte FCB-Sportchef Marco Streller zur Wahl des neuen Trainers

Werden wir Sie nun bis Saisonende ab und zu bei einem Training der ersten Mannschaft sehen?

Das habe ich schon früher gemacht, weil ich einige meiner Spieler beobachten wollte. Darum kann das durchaus sein. Aber nicht mehr oder weniger als vorher. Ich beschränke mich auf die Rolle als Zuschauer!

Worauf legen Sie als Trainer wert?

Die Menschenführung ist fast genauso wichtig wie technische, taktische oder konditionelle Aspekte. Geprägt hat mich da vor allem Luis Aragonés in meiner Zeit bei Atlético Madrid mit seiner Art und Weise, wie er einen erreichen konnte, mit seinen Emotionen und seiner Leidenschaft. Des Weiteren ist mir von meiner Zeit als Spieler geblieben, dass ich versuchen werde, immer ehrlich und direkt zu kommunizieren. Das habe ich stets sehr geschätzt. Ehrlichkeit ist nicht immer einfach, aber es ist ein Zeichen von Respekt und so weiss der Spieler, woran er ist.

Raphael Wicky: «Ich versuche immer ehrlich zu sein»

Raphael Wicky: «Ich versuche immer ehrlich zu sein»

Dann seien Sie doch mal ehrlich: Der FC Basel und der FC Sion treffen im Cupfinal aufeinander. Wem helfen Sie?

Ich versuche das jetzt mal so zu erklären, dass alle verstehen, wie ich funktioniere. Ich bin Walliser, habe meine Wurzeln sowie meine Familie dort. Ich habe als Bub erlebt, was Cupfinals für das Wallis und den FC Sion bedeuten, habe drei Mal einen Cupfinal gespielt und ihn drei Mal gewonnen. Ich kenne also diese Emotionen. Andererseits bin ich seit vier Jahren hier in Basel. Ich bin ein absoluter Fussball-Basler, arbeite hier in diesem Verein, kenne alle Leute aus der Jugend und der ersten Mannschaft und werde letztere in ein paar Wochen selber trainieren. Daher bitte ich darum, hier den Joker nehmen zu können.

Fühlen Sie sich auch abseits des Fussballs wohl in Basel?

Ja, sehr. Mir gefällt es hier sehr gut. Ich wohne im Gundeli – zwar alleine, weil meine Freundin in Los Angeles lebt – aber ich fühle mich hier in Basel sehr wohl.

Aufgezeichnet: Céline Feller

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