Hinter Mohamed Salah liegen anstrengende Tage. Am Freitag reiste er zum Medizincheck nach Paris, am Samstag verabschiedete er sich in Basel mit einem Mittagessen von seinen Teamkollegen.

Am Sonntag löste er auf der FCB-Geschäftsstelle seinen Vertrag auf und fuhr anschliessend direkt nach Zürich, wo er seine Unterschrift unter den neuen Arbeitsvertrag bei Chelsea setzte. Dieser läuft bis 2019 und macht den 21-Jährigen zum Multimillionär.

Das Geld, so Salahs Berater Sascha Empacher, sei ein schöner Nebeneffekt.

Es sei aber nicht der Grund gewesen, warum Salah entgegen allen Erwartungen nicht bei Liverpool, sondern bei Chelsea gelandet ist.

«Momo hat die einmalige Chance wahrgenommen, bei einem der grössten Klubs der Welt zu spielen», sagt der Deutsche.

Liverpool war in der Pole-Position

Er bestätigt, dass lange alles auf einen Wechsel zu Liverpool hingedeutet habe. Zum Klub, mit dem Salah seit November in Verbindung gebracht wurde. Zwischen Salah und den «Reds» bestand bis auf die üblichen Details Einigkeit, der Transfer scheiterte an den Verhandlungen zwischen den Vereinen.

«Die Gespräche waren stets fair und angenehm. Doch Liverpool hat sich dabei viel zu viel Zeit gelassen», sagt Empacher.

Nach der ersten Interessensbekundung im Spätherbst seien über zweieinhalb Monate verstrichen, bis die Engländer dem FCB zu Beginn letzter Woche ein Angebot unterbreiteten.

Dieses lag jedoch viel zu weit unter den Vorstellungen der Basler, eine Einigung zwischen den Klub war unmöglich. Kurz: Liverpool hat den Transfer verbockt.

(Quelle: youtube.ch/Shaqiri1711)

Best of Mohamed Salah 2013

Im ersten Moment sei Salah enttäuscht gewesen über den vermeintlich geplatzten Wechsel auf die Insel. Der mediale Druck aus seinem Heimatland, den Sprung zum englischen Traditionsklub zu schaffen, sei nicht spurlos an ihm vorbeigegangen, so Empacher.

Salah habe sich kurzzeitig sogar darauf eingestellt, die Saison mit dem FCB zu beenden. Was er gerne gemacht hätte.

Denn: «Er verlässt die Schweiz schweren Herzens, er hängt an den Fans, den Mitarbeitern und den Teamkollegen in Basel. Beim FCB hat er in nur eineinhalb Jahren den Durchbruch im europäischen Spitzenfussball geschafft, das wird er dem Klub nie vergessen.»

Salah werde in Zukunft bestimmt immer wieder mal nach Basel kommen, um Freunden und dem FCB einen Besuch abzustatten.

Der Frust über den verpassten Wechsel zu Liverpool wich schnell der Freude. Der Freude darüber, dass sich plötzlich Chelsea einschaltete.

Und anders als zuvor mit Liverpool war der Deal innerhalb von 48 Stunden unter Dach und Fach. Salah telefonierte am Dienstag erstmals mit Chelsea-Trainer José Mourinho und liess sich rasch von dessen Plänen mit ihm überzeugen.

Gleichentags liefen auch zwischen den Klubs die Drähte heiss, noch am Telefon wurde man sich über die Ablösesumme einig.

Am Mittwoch reisten FCB-Präsident Bernhard Heusler und Sportdirektor Georg Heitz nach England und besiegelten das 20-Millionen-Geschäft. Am Donnerstag handelte Empacher in London den Vertrag für Salah aus, den dieser am Sonntag in Zürich unterschrieb.

Salah trifft heute in London ein

Mohamed Salah wird erst heute an seinem neuen Wohn- und Arbeitsort eintreffen. Weil Ägypter für die Einreise nach England ein Visum brauchen, flog er gestern nach Madrid, um dort den Papierkram zu erledigen.

Ob er bereits heute ein erstes Mal mit seinen neuen Teamkollegen trainiert, steht noch nicht fest.

Ein Einsatz im morgigen Ligaspiel gegen West Ham United kommt wohl zu früh. Salah wird aller Voraussicht nach am Montag im Auswärtsspiel gegen Manchester City im Kader stehen und womöglich sein Debüt im Chelsea-Trikot mit der Rückennummer 15 feiern.