Fussball

Zehn TV-Kameras surrten, als Hitzfeld zum Reden ansetzte

Die Schweizer Nationalmannschaft wurde in Südkorea überaus freundlich empfangen. Dem Team von Ottmar Hitzfeld wird vor dem Freundschaftsspiel im asiatischen Land ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit zuteil.

Wenige Stunden vor der ersten Trainingseinheit der Schweizer bemühten sich die Greenkeeper, den ramponierten Rasen der wunderbaren Arena zumindest optisch wieder einigermassen in Ordnung zu bringen. Auch wenn der Glanz ihrer besten Fussball-Tage etwas verblasst ist, wollen sich die Südkoreaner beim Rendez-vous mit dem europäischen Gast in jeglicher Beziehung von ihrer angenehmsten Seite präsentieren.

In der VIP-Galerie im imposanten «Seoul World Cup Stadium» erinnern Statuen und Bilder an die prägendsten Köpfe der letzten Dekaden. Das bronzene Antlitz Guus Hiddinks steht für den Höhepunkt der 85-jährigen Verbands-Geschichte. 2002 wurden die «Taegeuk Warriors» erst im Halbfinal von Deutschland gestoppt. Vor dem charismatischen Holländer verneigt sich jeder koreanische Fussball-Anhänger, ihm attestieren sie das gleiche Renommee wie dem früheren Kult-Stürmer und asiatischen Bundesliga-Pionier Cha Bum-Kun.

Viel Aufmerksamkeit

Ausserordentlichen Figuren ist eine spezielle Zuneigung gewiss. Das war auch beim Auftritt von Ottmar Hitzfeld zu spüren. Die lokalen Journalisten haben sich mit seiner erfolgreichen Vergangenheit intensiv beschäftigt. Zehn Kamera-Teams zeichneten jedes Zucken mit den Wimpern des zweifachen Champions-League-Siegers auf. Jedes Statement wurde eifrig notiert.

Der Schweizer Delegation behagte der warme Empfang nach einer vergleichsweise beschwerlichen Flugreise (über 10 Stunden und 8780 Kilometer). Einige Spieler waren schon bei der Ankunft euphorisch begrüsst und mit Comic-Figuren beschenkt worden. Entsprechend zuvorkommend äusserten sie sich vor den Mikrofonen über den Gastgeber. Captain Gökhan Inler erwähnte das Schlafmanko in keiner Silbe. Im Gegenteil: «Für mich ist es eine Ehre, hier antreten zu dürfen.»

Einsatz von Kasami

Personell ist heute (12 Uhr/live SRF 2) nicht mit aussergewöhnlichen Experimenten zu rechnen. Für die verletzungsbedingt abwesenden Stammspieler Rodriguez, Lichtsteiner, Behrami und Shaqiri rücken als linker Aussenverteidiger Reto Ziegler, rechts Michael Lang, im defensiven Zentrum Blerim Dzemaili und im linken Couloir Tranquillo Barnetta nach.

Im offensiven Zentrum kommt Pajtim Kasami zum Zug, Granit Xhaka weicht zur Seite aus. «Kasami hat sich einen Einsatz von Beginn an verdient. Und so viele Möglichkeiten, etwas auszuprobieren, bleiben mir nicht mehr», begründet Hitzfeld seine interessante Rochade hinter dem derzeit gesetzten Stürmer Haris Seferovic.

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