Europa League

YB nach dem nächsten Nackenschlag angeknockt

Steht nach dem Verpassen der Europa League wie die Young Boys vor einer ungewissen Zukunft: Harald Gämperle

Steht nach dem Verpassen der Europa League wie die Young Boys vor einer ungewissen Zukunft: Harald Gämperle

Erstes Saisonziel verpasst, Trainerfrage ungelöst, das Selbstvertrauen und Goalgetter Guillaume Hoarau angeschlagen: Die Young Boys haben in den nächsten Tagen viele Dinge aufzuarbeiten.

Es ist ein sehr schmaler Grat, auf dem sich die Young Boys seit Wochen bewegen. Auf eine unerklärliche Heimniederlage gegen Lugano folgte ein knapper Sieg im Cup gegen Kriens, auf den scheinbar befreienden 3:1-Auswärtssieg gegen Sion nun das klare Out in den Europa-League-Playoffs gegen Karabach Agdam.

Im letztgenannten Spiel war es der frühe Platzverweis (der fünfte im elften Saisonspiel) gegen Steve von Bergen, der die Mannschaft vor unlösbare Probleme stellte. Aber reicht das als Erklärung für die fragilen Leistungen? "Vielleicht war es das Abbild der bisherigen Saison", denkt der konsternierte Sportchef Fredy Bickel. "Wir versuchen, vieles gut zu machen, haben vieles gut gemacht, vieles ist auf gutem Weg. Aber letztlich schaffen wir es nicht, dass die Kugel auf unsere Seite fällt."

Der Manager vermied es nach dem zweiten Fehltritt innert einer Woche gegen Aserbaidschans Meister - wie auch Interimscoach Harald Gämperle - tunlichst, die Spieler zu kritisieren. "Ich sehe es so, dass der Hinterste und Letzte alles versucht hat." Als Beispiel nannte Bickel den trotz drei Gegentoren herausragenden Goalie Yvon Mvogo, der YB vor einer noch höheren Niederlage bewahrt hatte. "Wie er nach dem 0:1 einen Ball 'gekratzt' und die Faust geballt hat, hat es doch gezeigt."

Nicht nur sportlich, auch wirtschaftlich ist das Out ein herber Rückschlag. "Man darf nicht mit dem Geld rechnen", so Bickel. "Der Zustupf aus der Europa League hätte uns aber gut getan." 2,4 Millionen Euro wären garantiert gewesen, dazu kommen die Einnahmen aus den drei Heimspielen und dem TV-Pool. Total also rund 4,5 Millionen Euro.

Bickel muss in den nächsten Tagen neben der Pflege der angeknockten Psyche der Spieler noch die Nachfolge des Anfang August entlassenen Trainers Uli Forte regeln. Zudem nimmt er womöglich vor Transferschluss noch Veränderungen im Kader vor. Aktuell stehen 26 Spieler im Kader der Berner. "In einer normalen Saison kommt man mit 23 durch." Einer wird in den nächsten Wochen die schon beträchtliche Verletztenliste ergänzen. Bei Guillaume Hoarau ist in Baku die alte Verletzung, eine Muskelzerrung in den Adduktoren, wieder aufgebrochen. Der Franzose droht gemäss Bickel wieder länger auszufallen.

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