Nations League
Yann Sommer ist menschlich und 2 andere Erkenntnisse nach dem 1:2 der Schweizer Nati in Belgien

Am Tag nach der Niederlage in der Nations League in Belgien fliegt die Schweizer Nationalmannschaft von Brüssel nach Reykjavik. Was ist von der zweiten Niederlage in Folge zu halten? Am Montag erhält die Schweiz in Island die Chance auf eine schnelle Reaktion.

Etienne Wuillemin
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Mit allen Mitteln versucht Michael Lang (rechts) Nacer Chadli am Kopfball zu hindern.
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Schlussendlich setzten sich die Belgier mit Captain Hazard und Doppeltorschütze Lukaku 2:1 gegen die Schweiz durch.
Das Schweizer Team jubelt über den zwischenzeitlichen Ausgleich.
Mario Gavranovics Jubel über seinen Treffer zum 1:1. Kurz zuvor ist er für Haris Seferovic ins Spiel gekommen.
Impressionen der Nations-League-Partie Belgien - Schweiz (12.10.2018)
Vincent Kompany (links) gratuliert Romelu Lukaku zu dessen Treffern.
Hier trifft Romelu Lukaku. Yann Sommer im Tor der Schweizer kann nicht mehr reagieren.
Nach einer tollen Freistossvariante musste Mario Gavranovic den Ball nur noch zum 1:1-Ausgleich über die Linie schieben.
Kaum auf dem Feld trifft Mario Gavranovic zum Ausgleich.
Kampf um jeden Zentimeter: Belgiens Thomas Vermaelen (links) gegen den kämpferisch überzeugenden Denis Zakaria.
Thomas Meunier (links) im Zweikampf mit Steven Zuber, welcher die linke Aussenbahn auf und ab rennt.
Axel Witsel (links) steigt im Kopfballduell höher als die einzige Schweizer Sturmspitze, Haris Seferovic.
Xherdan Shaqiri ist überall auf dem Feld anzutreffen. Hier vor Belgiens Youri Tielemans am Ball.
Remo Freuler (links) verfolgt von Thomas Meunier will seine Chance im heutigen Spiel in der Schweizer Nati nutzen.
Eden Hazard, Belgiens Captain und Superstar, ist meist nur im Abwehrverbund zu stoppen. Hier kümmern sich Nico Elvedi (rechts) und Michael Lang um ihn.
Dennis Zakaria (rechts) wird von Thomas Vermaelen vom Ball getrennt.
Haris Seferovic mit der einzigen Grosschance für die Schweizer. Sein Abschluss geht aber neben das Tor.
Der Captain, Granit Xhaka, zieht wie gewohnt die Fäden im Schweizer Mittelfeld.
Gleich gehts los. Die Schweizer Nati ist bereit für das Spiel in der Nations League gegen Belgien.
Die Schweizer starten gut ins Spiel, haben viel Ballbesitz und spielen schön nach vorne.
Belgiens Trainer Roberto Martinez mit kritischem Blick.
Granit Xhaka bereits mit einigen Fehlpässen in dieser Partie.
Ein erster Abschluss der Belgier fordert den Schweizer Torhüter Yann Sommer, der aber ohne Probleme klären kann.
Auch ihre zweite Chance können die Belgier nicht zum 1:0 verwerten.
Bis jetzt hält sich der Druck der Belgier auf die Schweiz in Grenzen.
Die Schweizer zeigen bisher ein gutes Spiel, wenngleich Belgien langsam aufzuwachen scheint.
Es ist ein ausgeglichenes Spiel.
Noch kann sich keine der Mannschaften klar durchsetzen.
Nach der ersten Halbzeit steht es dementsprechend 0:0.
Ein gerechtes Unentschieden zur Pause.
Dann geht es ab in die zweite Halbzeit.
Bei den Belgiern fehlt weiterhin die Präzision in den Offensiv-Aktionen.
Die Belgier dann mit einer guten Chance vor dem Schweizer Tor, Elvedi kann aber klären.
Dann kommt Shaqiri zu einer guten Chance, der Ball findet den Weg ins gegnerische Tor aber nicht.
Die Belgier werden immer stärker, es reiht sich ein Angriff an den nächsten– bis Romeolu Lukaku schliesslich zum 1:0 trifft.
Dann aber drehen die Schweizer ihrerseits wieder etwas auf und kommen zu einer guten Chance...
...die Mario Gavranovic zum 1:1 verwerten kann.
Das Schweizer Team jubelt über den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Mit allen Mitteln versucht Michael Lang (rechts) Nacer Chadli am Kopfball zu hindern.

JULIEN WARNAND

1) Yann Sommer ist menschlich

Irgendwann an der WM kam das Gefühl auf: Dieser Yann Sommer ist übermenschlich. Alles, was zu halten war, hielt er in einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit. Und manches, was nicht zu halten war, lenkte er mirakulös doch noch um das Tor. Gestern nun zeigte Sommer eine gewisse Menschlichkeit. Das 0:1 durch Romelu Lukaku war haltbar. Das gestand sich auch Sommer selbst ein.

2) Die Schweiz diskutiert weiter über ihre Stürmer

Was die Belgier auf den Platz zaubern können, wenn sie wollen, ist atmenberaubend. Ihr Tempo, ihre Kombinationen, ihre Leichtigkeit. Und doch sind auch sie häufig auf ein Element angewiesen, um die Kunst zu veredeln - ihren Stürmer. Romelu Lukaku ist jener Mann. Auch gestern trifft er wieder doppelt. Einen Stürmer wie Lukaku hätten die Schweizer noch so gerne. Nun, der eingewechselte Gavranovic schoss immerhin ein Tor. Und doch bleibt Trainer Petkovic ein Suchender. Die WM war bestes Beispiel dafür, als Petkovic zuerst auf Seferovic, alsbald auf Gavranovic und dann auf Drmic setzte. So richtig unverzichtbar hat sich keiner gemacht. Und die Prognose ist, dass dies auch so bleiben wird.

3) Gedanken zur Dreierkette

Wie schon in England versuchte sich Nationaltrainer Vladimir Petkovic gegen Belgien mit einer Dreierkette. Über das Fazit kann man sich streiten. Defensiv hielt sich die Schweiz ordentlich. Es war nicht so, dass sie vom WM-Halbfinalisten und der aktuellen Nummer 1 der Fifa-Weltrangliste Mal für Mal überrannt worden wäre. Allerdings wurde auch deutlich, dass im Angriff mehrfach irgendwie ein Element fehlte. Es ist sicher positiv, flexibler zu werden. Das gehörte nach der WM auch ins Auftragsheft von Petkovic. Trotzdem bleibt abzuwarten, inwiefern die Dreierkette dem Schweizer Offensivspiel zu mehr Durchschlagskraft verhelfen kann.