Um 17.45 Uhr misst sich Basel mit Flora Tallinn, dem grössten und erfolgreichsten Klub in der noch jungen estnischen Fussballgeschichte. Der FCB-Rivale gewann neunmal die Landes-Meisterschaft – zuletzt in den beiden letzten Jahren – wurde fünfmal Pokalgewinner und holte sich sechsmal den Supercup.

Bekanntlich beginnt in Skandinavien und in den baltischen Staaten die Meisterschaft im Frühling und endet im Spätherbst. Momentan, nach 18 von 36 Runden, liegt Flora Tallinn auf Platz 2, vier Zähler hinter dem Leader JK Nömme Kalju und einen Punkt vor dem Ortsrivalen FC Levadia Tallinn. Diese drei Klubs spielen eine eigene Meisterschaft, denn der Viertplatzierte in der Meistriliiga liegt schon sagenhafte 22 Punkte hinter dem Leader Kalju zurück.

Der Constantin der Esten

Im Kader von Flora Tallinn figurieren bis auf Zakaria Beglarischwili (Georgien), den Finnen Valeri Minkenen und Nikolai Maschischew aus Russland ausschliesslich estnische Spieler. Will man einen Akteur hervorheben, dann den Georgier Beglarischwili, der mit neun Toren momentan Zweiter des Torschützenklassements ist.

Eine schillernde Figur soll auch Klubpräsident Aivar Pohlak sein, der zugleich auch den nationalen Verband präsidiert. Ihm werden ähnliche Ansichten und Handlungen, wie sie Sion-Präsident Christian Constantin an den Tag legt, nachgesagt.

Keine Angst

Dass Flora Tallinn dem FCB zwar Respekt, aber keine Angst einflösst, hörte man bereits am Freitagabend in Genf nach dem 1:0-Auftaktsieg gegen Servette. Basel-Hüter Yann Sommer meinte jedenfalls: «Ein Schulreisli wird es schon nicht. Ich habe mit der Junioren-Nationalmannschaft schon zweimal in Estland, und just im schmucken Stadion von Flora Tallinn, gespielt. Und die Esten zeigten, dass sie durchaus Fussball spielen können», so Sommer.

Es ist in Erinnerung zu rufen, dass Estland heuer die Barragespiele zur Euro 2012, im Gegensatz zur Schweiz, schaffte und höher kotierte Nationen wie Serbien oder Slowenien hinter sich liess, bevor in der Ausmarchung die Balten an Irland scheiterten.

Nächste Runde reicht nicht

Auch David Degen hat sich zum Spiel in Tallinn eine klare Meinung gebildet. «Selbstverständlich will und muss der FC Basel sich gegen diesen Gegner durchsetzen. Was für eine Frage», rief der Torschütze den Fragestellenden nach.

Mit Durchsetzen und Siegen meinte der Oberbaselbieter nicht etwa, die nächste Runde zu erreichen, «sondern schon in Tallinn so dominant aufzutreten, dass die Ausscheidung nach dem ersten Match entschieden ist», so der FCB-Rückkehrer.