Vor gut zwei Wochen hatte sich Yakin ein erstes Mal mit Spartak Moskaus Präsidenten Leonid Fedun getroffen. Am Montag wurde der ehemalige Schweizer Internationale offiziell vorgestellt. "Ich bin sehr glücklich, einen so traditionsreichen Klub zu trainieren", so Yakin, der in der kommenden Saison einen Platz in den Top 3 Russlands anvisiert.

Spartak Moskau gewann zwölfmal die sowjetische und seit 1992 neunmal die russische Meisterschaft, zum letzten Mal allerdings 2001. Die vergangene Saison verlief mit dem sechsten Platz nicht nach Wunsch; nach dem Cup-Out gegen einen Drittligisten hatte im letzten März Valeri Karpin die Trainerbank räumen müssen. Seither war Dimitri Gunko als Interimscoach im Amt. Nur dank dem Ausschluss von Cupsieger Rostow darf Spartak im Spätsommer in der Europa League antreten.

Fedun, mit einem Vermögen von 6,1 Milliarden Dollar gemäss "Forbes" der 133. reichste Mensch der Welt, machte sich bei der Trainersuche in London schlau. Feduns Freund und Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch übermittelte die Empfehlung von José Mourinho. Dieser sagte gemäss russischen Medien: "Nehmt Murat Yakin". Mourinho hatte letzte Saison mit Chelsea in der Champions League zweimal gegen den von Yakin betreuten FC Basel verloren.

Nach der erfolgreichen Zeit in Basel, die im Mai nach dem zweiten Meistertitel überraschend früh geendet hatte, stand Yakin bei diversen Vereinen auf der "Shortlist", etwa bei Lazio Rom oder Southampton. In Moskau erwartet ihn keine einfache Aufgabe. Die Erwartungen sind hoch und die nationale Konkurrenz beachtlich. In Russland wurde gemeldet, dass Yakin einen Jahreslohn von knapp zwei Millionen Franken bezieht.