Fussball
Wohlens Roman Buess: Wiedersehen mit dem FC Basel im Cup

Etwas mehr als zwei Stunden nach dem Schlusspfiff im Stade de Genève hatte der FC Wohlen neben dem 2:1-Sieg bei Servette einen weiteren Grund zur Freude: Im Achtelfinal wartet der grosse FC Basel.

Dean Fuss
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Cup: Servette Genf - FC Wohlen
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Wohler Freude und Genfer Ärger
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Cup: Servette Genf - FC Wohlen

Keystone

«Das ist natürlich für uns alle ein Traumlos. So einen Gegner haben wir uns gewünscht», sagt Roman Buess. Zusammen mit seinen Teamkollegen hat er die Auslosung auf der Rückfahrt von Genf in den Aargau im Mannschaftsbus mitverfolgt.

Buess und Basel, da war doch was? Genau. Mit dem FC Basel gewann der Stürmer in der Saison 2011/12 den Cup. Zwar war er nur in der Startrunde zu einem Teileinsatz gekommen, beim Cupsieg im Frühling war er aber trotzdem mit dabei.

Und weil Buess just gestern seinen 22. Geburtstag feierte, durfte er sich auch gleich noch ein wenig persönlich beschenkt fühlen. «Natürlich macht es das umso schöner. Der Sieg und das Los FCB sind zwei tolle Geschenke», sagt das gestern offenbar reich beschenkte Geburtstagskind.

Dass der FC Wohlen überhaupt im Cup-Achtelfinal steht, dafür sorgten in der Partie im Stade de Genève aber andere. Es läuft die 23. Minute, als eigentlich schon alles klar ist: Der FC Wohlen muss diese Partie einfach gewinnen.

Wer dank eines solchen Traumtores in Führung geht, der hat es schlicht und einfach nicht verdient, das Spiel am Ende zu verlieren. Die Rede ist von Mario Bühlers Treffer zum 1:0. In der Vorwärtsbewegung geht den Servettiens der Ball verloren.

Wohlens Innenverteidiger Bühler kommt in Ballbesitz und schiesst aus rund 55 Metern auf das Tor von Joao Barroca. Der Ball fliegt über den verdutzten Servette-Goalie hinweg, senkt sich und zappelt einen Moment später im Netz.

Bühler: «Kein Zufallstreffer»

«Das war kein Zufallstreffer. Mir ist aufgefallen, dass Barroca jeweils sehr weit vor seinem Tor stand und auf diagonale Pässe spekulierte. Nachdem ich das zwei, drei Mal so gemacht hatte, entschloss ich mich, es direkt zu versuchen», erklärt Bühler nach dem Schlusspfiff, wieso er überhaupt auf die Idee kam, mitten aus der eigenen Platzhälfte aufs Tor zu schiessen.

Den Treffer des Paderborners Moritz Stoppelkamp im Spiel der 1. Bundesliga gegen Hannover aus 83 Metern habe er zwar gesehen, sei aber nicht die Inspiration für seinen Versuch gewesen, sagt der 22-Jährige und schmunzelt.

Es ist nicht das erste Mal, dass er mit einem Schuss aus solch grosser Distanz erfolgreich ist: «In der ersten Cup-Hauptrunde im vergangenen Jahr ist mir das gleiche gelungen», sagt er. Auch damals, gegen den FC Altstätten (5:0), war es der Treffer zur 1:0-Führung gewesen.

Trotz dieses Treffers musste Bühler in der Pause ausgewechselt werden. Nachdem er bei einem Zweikampf kurz vor der Pause einen Schlag auf den Hinterkopf erhalten hatte, kämpfte er mit vorübergehender Übelkeit und Schwindelanfällen.

Nach dem 2:0 nachgelassen

Dass das Spiel eben trotz Bühlers Traumtor noch nicht entschieden war, lag daran, dass Servette das Spiel zu keinem Zeitpunkt aufgab. Auch nicht nach dem 2:0 durch Mergim Brahimi, der eine flache Hereingabe von Marijan Urtic in der 52. Minute eiskalt verwertet hatte.

«Nach diesem Tor haben wir fünf bis zehn Prozent Konzentration verloren und wurden etwas nonchalant», resümierte Trainer Ciriaco Sforza den Spielverlauf. Für die Bestrafung dieser Nachlässigkeiten sorgte der Ex-Internationale Johann Vonlanthen schliesslich mit seinem verwerteten Handspenalty (65.). «Danach haben wir aber die Nerven nicht verloren und den Sieg sicher nach Hause gebracht. Das macht Freude», so Sforza.

Gefreut hat sich auch Flamur Tahiraj: «Es ist toll, sind wir weiter mit dabei.» Nachdem der 28-Jährige in dieser Saison in den Meisterschaftsspielen zum Ersatztorhüter degradiert worden war, durfte er bisher zumindest im Cup beide Spiele machen. Er wird wohl hoffen, dass das auch für den Achtelfinal gegen den FC Basel von Ende Oktober weiterhin gilt.