Fussball
Wo arbeitet der bessere Krisenmanager?

Die Young Boys und der FC Basel mussten vor dem Spitzenkampf Zweiter gegen Erster jüngste Enttäuschungen verarbeiten. Die nicht erfüllten Erwartungen den internationalen Begegnungen, wollen die Trainer nun in der Meisterschaft wettmachen.

Sebastian Wendel
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FCB-Trainer Paulo Sousa (l.) und sein Pendant bei YB, Uli Forte, müssen beide ihre Teams neu motivieren.

FCB-Trainer Paulo Sousa (l.) und sein Pendant bei YB, Uli Forte, müssen beide ihre Teams neu motivieren.

KEYSTONE

Es war eine Woche, die sowohl in Bern auch als in Basel noch ein Weilchen nachhallen wird. Nicht, weil alles rosig verlaufen ist. Nein – vor dem morgigen Spitzenkampf zwischen Young Boys und dem FC Basel stellt sich die Frage, welche der beiden Mannschaften die Enttäuschung im Europacup besser verarbeitet hat.

Mit hohen Erwartungen ist man in die Duelle gegen Everton bzw. Porto gestiegen. Doch sowohl YB in der Europa League als auch Basel in der Champions League mussten eingestehen, dass ihre Gegner in der aktuellen Verfassung eine zu hohe Hürde darstellen.

FCB-Trainer Paulo Sousa, der bei der 1:4-Heimpleite der Berner gegen Everton zu Gast im Stade de Suisse war, hat eine Erklärung: «In England und Portugal wurde im Winter durchgespielt. Wir Schweizer Teams haben zwei Monate keinen Wettkampf bestritten. Testspiele sind schön und gut – aber den Rhythmus holt man sich nur in Partien, in denen es um etwas geht.»

Schlaflose Nächte

Bevor Sousa am Donnerstag mit seinen Assistenten nach Bern fuhr, beschäftigte er sich mit der Analyse des Auftritts seiner Mannschaft gegen Porto. Das begann bereits am Mittwoch, als er sich nach dem Heimkommen vor den Computer setzte. «Nach solchen Spielen kann ich nicht schlafen.»

Stattdessen zog sich Sousa noch einmal die wichtigsten Szenen des 1:1 rein und kam zum Schluss: «So schlecht, wie ich es direkt nach dem Spiel an der Pressekonferenz sagte, waren wir nicht. In der ersten Halbzeit haben wir es länger gut gemacht als anfänglich gedacht.»

Nach 60 Minuten sei aber der Einbruch erfolgt, was Sousa mit dem mangelnden Rhythmus nach nur zwei Meisterschaftsspielen begründet. «Wenn die Kondition nachlässt, tun dies auch die Organisation und die Passqualität. In dieser Phase hatten einige Spieler Angst, Fehler zu begehen.»

Traoré vor FCB-Debüt

Fehler, die in Bern tunlichst vermieden werden sollen. Mit einem Auswärtssieg würde der FCB die Berner um elf Punkte distanzieren, bei einer Niederlage wäre der YB-Atem wieder zu spüren.

«Sie spielen eine fantastische Saison. Mich beeindruckt ihre Stärke im Kopfballspiel und ihr Glauben, auch in aussichtslosen Situationen noch etwas bewirken zu können», sagt Sousa. So geschehen gegen Everton, als YB beim Stand von 1:4 weiter nach vorne stürmte, dafür hinten offen wie ein Scheunentor war und Glück hatte, nicht noch mehr Gegentore kassiert zu haben.

Erstmals im FCB-Kader stehen wird wohl Neuzugang Adama Traoré. Der Ivorer, der auf der linken Seite jede Position einnehmen kann, verletzte sich kurz nach seiner Ankunft im Trainingslager und stieg erst Anfang dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining ein. Er könnte in Bern für Safari spielen, der in der Schlussphase des Porto-Spiels muskuläre Probleme hatte.

Seinen Spielern die Aufstellung verraten wird Sousa wie immer erst wenige Stunden vor dem Anpfiff. Als einziger eines Einsatzes sicher sein darf sich Germano Vailati: Der Tessiner wird für den gesperrten Tomas Vaclik im Tor stehen.

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