Einzelkritik
WM-Einzelkritik: Josip Drmic

Die Nati-Einzelkritik von Spiel zu Spiel von Stürmer Josip Drmic im Überblick

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Josip Drmic

Josip Drmic

Keystone

WM-Achtelfinal gegen Argentinien: Note 4

Vor dem Spiel sagte Drmic diesen einen Satz: „Vielleicht gibt es von mir auch einmal ein Video, das Messi dann anschauen kann.“ Nach 39 Minuten steht Drmic alleine vor dem argentinischen Tor. Was überlegt er? Vielleicht: „Wie kann ich dieses Tor möglichst kunstvoll schiessen, damit es Messi sein Leben lang immer wieder anschauen muss?“ Kommt darum dieser rätselhafte Chip-Versuch? Mit dem schwächeren linken Fuss und viel zu weit vom Tor entfernt? So eine Chance kommt nur einmal. Lief viel. Ohne Ertrag.

WM-Spiel gegen Honduras: Note 5

Ein Spiel nach seinem Geschmack. Die Schweiz steht defensiv kompakt und lauert auf Konter. Und bei diesen kann Drmic seine Schnelligkeit und Dribbling-Künste perfekt ausspielen. Schon bei Shaqiris Grosschance zu Beginn der starke Vorbereiter. Die Assists folgen erst später, aber genauso sehenswert. Der eindeutige Beweis dafür, dass er der formstärkste Schweizer Stürmer ist. Und es keinen Grund gab, ihn gegen Frankreich auf der Bank zu lassen. Wir sind überzeugt: Drmic kann auch Argentiniens Verteidiger in Verlegenheit bringen.

WM-Spiel gegen Frankreich: Note 2

In der 67. Minute für Seferovic eingewechselt. Undankbarer geht es kaum. Entsprechend wenig kann er bewirken. Ein bisschen mehr Wille, Leidenschaft und Torhunger hätte man sich trotzdem vorstellen können. Schliesslich geht es auch darum, wer gegen Honduras im Sturm beginnen darf. Wobei der Eindruck bestehen bleibt: Drmic ist auf der Seite besser aufgehoben als ganz vorne.

WM-Spiel gegen Ecuador: Note 3

Es gibt angenehmere Aufgaben für einen Stürmer als gegen dieses defensive Ecuador. Er steht völlig isoliert in der massierten Abwehr. Einmal entwischt er kurz, traut sich aber nicht, mit dem schwächeren linken Fuss zu schiessen. Seine Stärken sind andere, als mit dem Rücken zum Tor die Bälle abzudecken und sich in Position zu bringen. In einem Spiel wie diesem wäre Drmic auf der Seite viel besser aufgehoben. Weil er dort mit seinen Tempodribblings mehr bewirken kann - und vor allem mehr Bälle erhält. Kommt dann kurz vor seiner Auswechslung doch noch zu einer Torszene, trifft prompt, aber der Schiedsrichter-Assistent entscheidet fälschlicherweise auf Abseits.

Testspiel gegen Peru: Note 3,5

Seine persönliche Erfolgsserie ist gestoppt. Kämpft und rennt glücklos. Auch, weil er zu wenig Unterstützung erhält aus dem Mittelfeld.

Testspiel gegen Jamaika: Note 4,5

Kam in der 46. Minute für Seferovic. Es dauerte nicht lange, bis er seine grosse Torchance hatte. Er brachte es aber fertig, den Ball aus vier Metern übers Tor zu schiessen - alle seine 17 Bundesliga-Tore waren wohl schwieriger. Kurz vor Schluss trifft er dann doch noch, im Stile eines Torjägers.

Ausgangslage:

Mit dem Verein (Nürnberg) Absteiger. Persönlich Aufsteiger des Jahres. 17 Tore in der Bundesliga - das ist Schweizer Rekord (zusammen mit Chapuisat). Und erst noch aufgestellt im ersten Bundesliga-Jahr. Die erste Bewährungschance erhielt Drmic vor knapp einem Jahr, der Held des späten 1:0 gegen Zypern hiess dann aber Seferovic. Nutzte gegen Kroatien aber die zweite Chance zu zwei Toren. Seither ist klar: Drmic hat im Schweizer Sturm die Nase vorn.