Einzelkritik
WM-Einzelkritik: Granit Xhaka

Die Nati-Einzelkritik von Spiel zu Spiel von Mittelfeldspieler Granit Xhaka im Überblick

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Granit Xhaka

Granit Xhaka

Keystone

WM-Achtelfinal gegen Argentinien: Note 4

Er ist Hitzfelds Mann. Seit dem Umbruch im Juni 2011. Egal auf welcher Position, der Trainer sah in ihm etwas, das der Mannschaft gut tut. Eigentlich ist es absurd, Xhaka als rechten Flügel zu bringen. Noch absurder sogar denn als Spielmacher. Die ungewohnte Position ist ihm anzusehen. Und es bleibt dabei: Er hat lieber das komplette Spiel vor sich. Mit dem Handicap einer frühen gelben Karte zusätzlich belastet. Trotzdem hat er auch seine guten Momente. Beinahe bringt er die Schweiz in Führung. Aber der linke Fuss Romeros verhindert es. Auch darum wird nicht wahr, was Xhaka einst kühn prophezeite: Der WM-Halbfinal mit der Schweiz.

WM-Spiel gegen Honduras: Note 4

Diesmal von Anfang an auf dem rechten Flügel. Da fühlt er sich offensichtlich noch weniger wohl als in der Rolle als Spielmacher. Nur einmal in der Gefahrenzone, der Schuss gerät zu hoch. Rätselhafte Unkonzentriertheiten - verschuldet gleich zweimal ohne Not einen Eckball. Trotzdem auch bei ihm die leise Tendenz, den Ball schneller und mehr in die Tief zu spielen als zuvor.

WM-Spiel gegen Frankreich: Note 3

Es gehört zu den Kuriositäten dieses Spiels, dass Xhaka am Ende eigentlich zwei Tore erzielt hat. Eines, das hätte zählen müssen, aber aberkannt wurde. Und eines, als die Blamage längst Tatsache war. Abgesehen von den Toren fällt aber nicht zum ersten Mal auf: Xhaka ist hinter der Spitze überfordert. Ja, er gewinnt ab und zu ein Kopfballduell. Und ja, er stört die gegnerischen Verteidiger meist wirkungsvoll am Spielaufbau. Das ist auch gegen Frankreich nicht anders. Anfangs sieht es gar danach aus, als hätten die Franzosen wirkliche Mühe mit der Schweizer Grundordnung, deshalb auch die frühen Pfiffe des Publikums. Aber die Vorstellung ist eben doch viel zu verlockend: Ein Granit Xhaka in bester Spiellaune könnte auf seiner angestammten Position - vor der Verteidigung im defensiven Mittelfeld - so vieles bewirken!

WM-Spiel gegen Ecuador: Note 3

Von einem Spielmacher darf man erwarten, dass er die Flügel oder den Stürmer in Szene setzt. Das gelingt ihm zu wenig. Seine Aktionen sind selten gegen vorne gerichtet. Erhält er den Ball, spielt er ihn häufig wieder zurück. In der zweiten Halbzeit spielt er am rechten Flügel. Das ist noch weniger seine Position als jene hinter der Spitze. Die Massnahme soll auch dazu führen, die schwache rechte Seite zu stärken. Das gelingt nur halbwegs. Eines muss man Xhaka aber lassen. Er gewinnt viele Kopfballduelle nach langen Bällen auf ihn.

Testspiel gegen Peru: Note 3

Wieder der Verlierer des Abends. Es ist, als wäre ihm der Stecker gezogen worden. Das Selbstvertrauen ist ohnehin weg. Schüsse aus bester Position misslingen. Zweikämpfe an entscheidender Stelle verliert er. Nach seiner Auswechslung wurde die Schweiz sofort zwingender. Xhaka braucht dringend ein Erfolgserlebnis. Die Frage ist: Hält Hitzfeld weiter an ihm fest? Auch an der WM?

Testspiel gegen Jamaika: Note 3

Den Willen kann ihm niemand absprechen. Aber reicht das? Er ist häufig einen Schritt zu langsam. Er verstolpert oder verpasst Bälle. Die Verunsicherung, die er aus dem Klub mitgebracht hat, ist ihm in jeder Minute anzusehen.

Ausgangslage:

Muss im Nationalteam als Spielmacher agieren. Sagt von sich selbst, dass er diese Position nicht beherrscht. Fühlt sich weiter hinten wohler, aber dort herrscht noch kein Bedarf. Hat schwierige Zeiten in der Bundesliga hinter sich. Sein Naturell tut der zu vorsichtigen Schweiz gut. Manchmal etwas zu forsch.