Einzelkritik
WM-Einzelkritik: Admir Mehmedi

Die Nati-Einzelkritik von Spiel zu Spiel von Mittelfeldspieler Admir Mehmedi im Überblick

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Mehmedi hat sich empfohlen. Key

Mehmedi hat sich empfohlen. Key

WM-Achtelfinal gegen Argentinien: Note 5

Irgendwann Ende des letzten Sommers wandte sich Christian Streich, Trainer des SC Freiburg, an die Medien. Es war, als Admir Mehmedi gerade eine rote Karte kassiert hatte, weil er dem Schiedsrichter den Vogel zeigte. Es war ein flammender Appel an Mehmedi, aber auch für Mehmedi. Kernbotschaft: Mehmedi müsse jetzt „laufen, laufen, laufen“, „merken, wie das Spiel in der Bundesliga funktioniert“, „merken, wie jeder kämpft, als ginge es um sein Leben“. Die Worte haben gewirkt. Mehmedi hat selbst gemerkt, wie sich sein Spiel veränderte. Er ist dann in solchen Spielen wie gestern ein leidenschaftlicher Verteidiger. Er stört sich dann auch nicht daran, dass er offensiv nicht so viel bewirken kann. Das verdient einen guten Lohn.

WM-Spiel gegen Honduras: Note 4,5

Das beste Beispiel für die mannschaftliche Geschlossenheit in der Abwehrarbeit. Hilft hinten aus, wo es nur geht. Seine Balleroberungen stehen am Ursprung von zwei der drei Tore. Diese Belohnung hat er sich mit seinen generösen Läufen verdient. In der Offensive gelingt ihm ansonsten aber wenig. Bleibt immer wieder hängen. Oder entscheidet sich für die falsche Passvariante. Darüber darf man aber für einmal hinwegschauen.

WM-Spiel gegen Frankreich: Note 2

Immer wieder hat er sich aufgedrängt. Lange hat er sich gedulden müssen. Nach dem Tor gegen Ecuador ist es soweit: Endlich die Nomination für die Startelf! Aber was passiert? Das zu erwartende Selbstvertrauen ist wie weggeblasen. Mehmedi stellt sich zwar den Duellen. Aber er ist 90 Minuten lang glücklos. Nach einem genialen Moment kommt sofort ein fataler. Beispielhaft, wie er einmal Debuchy austanzt und dann sofort den Fehlpass spielt. Auch seine grösste Chance alleine vor Lloris vergibt er kläglich. Es wäre mehr drin gelegen.

WM-Spiel gegen Ecuador: Note 5

In der 46. Minute für Stocker eingewechselt. Einen besseren WM-Einstand kann sich niemand erträumen. 128 Sekunden auf dem Feld trifft er bereits zum Ausgleich. Nach Rodriguez‘ Ecke köpft er herrlich zum 1:1. Diese Szene leitet die beste Schweizer Phase ein. Immer wieder mit einem Mehmedi, der antreibt und Tempo ins sonst häufig zu träge Schweizer Spiel bringt. Er darf sich leise Hoffnungen machen auf einen Platz in der Startelf gegen die Franzosen.

Testspiel gegen Peru: Note 5

Nach diesem Spiel ist definitiv klar: Mehmedi ist der Gewinner der ersten Vorbereitungs-Phase. So muss jemand spielen, der sich für einen WM-Startplatz aufdrängen will. Er läuft und läuft und läuft. Unermüdlich. Gute Pässe, legt für Mitspieler auf. Sogar in der eigenen Hälfte als emsiger und erfolgreicher Zweikämpfer zu finden. Einmal fehlt kurz die letzte Entschlossenheit zum Tor, als er im Strafraum den Elfmeter sucht (und zurecht nicht findet).

Testspiel gegen Jamaika: Note 4,5

Guter Auftritt. Hatte einige gelungene Aktionen, bevor andere überhaupt merkten, dass das Spiel begann. Mit einem kernigen Weitschuss nahe am Torerfolg. Wurde nach einem Schlag auf seinen Fuss vorsichtshalber ausgewechselt.

Ausgangslage:

Der Gewinner der letzten Wochen. Spielt sich mit seinen vielen Toren in den Vordergrund, hätte eine Chance als Stammspieler verdient. Sein Wechsel vom FCZ nach Kiew war ein Fehler. Der Schritt zurück zum beschaulichen SC Freiburg ist für ihn Gold wert.