Trotz allen Wirren um seine Person: Cristiano Ronaldo wird am Samstag im Meisterschaftsspiel der Serie A bei Udinese für Italiens Rekordmeister Juventus Turin auflaufen. «Er macht sich gut, er ist bereit», sagte Juve-Trainer Massimiliano Allegri. So weit, so normal also. Sonst aber ist in Ronaldos Welt nach den erneuten Vergewaltigungsvorwürfen gerade wenig normal.

Der US-Sportartikelriese Nike, der seit 2016 einen geschätzt eine Milliarde Dollar schweren Werbevertrag mit Ronaldo hat, erklärte, man sei «tief besorgt über die beunruhigenden Vorwürfe». Man werde die Situation «weiterhin genau beobachten», sagte ein Nike-Sprecher der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Aktie von Juventus verliert an der Börse

Auch der amerikanische Videospielentwickler EA Sports sprach in einer Mitteilung von einer «beunruhigenden Situation. Wir erwarten von unseren Botschaftern des Spiels, sich in einer Art und Weise zu verhalten, die zu den Werten von EA passt». Ronaldo ist neben dem Brasilianer Neymar die Coverfigur des weltweit erfolgreichen Videospiels «Fifa 19», das Ende September erschienen ist.

Heftige Auswirkungen haben die Entwicklungen um Cristiano Ronaldo bereits auf die Aktie von Juventus Turin. Der Anteilsschein fiel bis Freitagmittag an der Mailänder Börse um mehr als sechs Prozent auf knapp 1,24 Euro.

Ronaldo fehlt dem Nationalteam

Auf der internationalen Bühne macht sich Ronaldo derweil weiter rar. Die portugiesische Nationalmannschaft muss auch in den kommenden vier Spielen im Herbst auf ihr Aushängeschild verzichten. Das hatte Nationaltrainer Fernando Santos bekannt gegeben. Konkrete Gründe für Ronaldos Fernbleiben nannte Santos nicht. Die Entscheidung sei nach einem Gespräch mit Ronaldo und Verbandspräsident Fernando Gomes gefallen.

Ronaldo bestreitet den erneut erhobenen Vergewaltigungs-Vorwurf der US-Amerikanerin Kathryn Mayorga aus dem Jahr 2009 vehement. Am Montag hatte die Polizei in Las Vegas neue Untersuchungen gegen den 33-Jährigen angekündigt. Während sich also in den USA ein juristisches Nachspiel anbahnt, haben zwei prominente Sponsoren des fünfmaligen Weltfußballers ihre Bedenken geäussert. (SID)