Marco Streller, warum hat der FCB seine Fitness-Abteilung ausgetauscht?

Marco Streller: Wir haben die Vorrunde analysiert und haben gewisse Auffälligkeiten festgestellt. Die Mannschaft hat in den letzten zehn Minuten sehr viele Gegentore bekommen und wir hatten einige Verletzte zu beklagen. Wobei man das nicht überbewerten darf, denn viele Verletzungen waren einfach nur Pech. Trotzdem wollten wir einen Neuanfang.

Sie kennen Nacho Torreño aus seiner Zeit als FCB-Konditionstrainer unter Paulo Sousa persönlich. Was sind seine Qualitäten?

Er ist hart und herzlich, menschlich aber bestimmt und weiss genau, wie er die Spieler fit kriegen will. Ich bin zwar kein Freund von Statistiken, aber überall, wo er bislang war, gab es wenig Verletzte. Nacho Torreño ist ein guter Mann. Bisher hat sich eine Verpflichtung nie ergeben, weil er immer im Trainerteam vom Sousa war.

Der wurde aber im Oktober in China gefeuert. Damit war Torreño frei. Wie verliefen die Verhandlungen?

Wir haben Gespräche geführt und gemerkt, dass Nacho Torreño immer noch sehr viel mit Basel verbindet. Sein Kind ist hier geboren und seine Familie hat sich hier immer sehr wohl gefühlt. Wir waren uns schnell einig und haben entschieden, dass wir einem Komplettwechsel machen.

Mit Luis Suarez bringt Torreño seinen eigenen Konditionstrainer mit.

Ja. Der ist nicht zu verwechseln mit dem Stürmer vom FCB Barcelona (lacht). Aber er hat wie auch Nacho Torreño einen Doktortitel und ist ein absoluter Experte.

Die beiden Neuen sprechen Spanisch, Marcel Koller nicht. Haben Sie keine Angst vor Sprachproblemen?

Wir haben ja mit Carlos Bernegger einen Argentinier im Trainerstaff, der sehr gut Spanisch und Deutsch spricht. Spass bei Seite. Sie werden sich fussballerisch gut verstehen. Marcel Koller und Nacho Torreño haben sich ja bereits ausgetauscht und sich offenbar gut verstanden.

Im Sommer hat der FCB Werner Leuthard ziehen lassen. Wurde dieser Fehlentscheid jetzt korrigiert?

Wir hätten Werner Leuthard sehr gerne behalten. Aber er sagte selber: Seine Art ist nach zwei Jahren verbraucht. Wir haben versucht, mit Michael Müller einem Jungen eine Chance zu geben, der unter Leuthard gearbeitet hat. Aber der Wechsel ist kein Entscheid gegen Müller und Konditionstrainer Mathieu Degrange, sondern einer für Nacho Torreño und Luis Suarez.

Was machen die Neuen besser als die Alten?

Es war bei weitem nicht alles schlecht. Das möchte ich ganz klar betonen. Wir wollen den Neuanfang mit ihnen und nicht ohne die anderen machen. Nacho Torreño und Luis Suarez haben viel Erfahrung und eine gute Ansprache. Am Schluss ist es aber wie überall. Am Ende funktioniert es nur, wenn die Spieler dir glauben.