Paris - FC Basel

Wie verhext: Verzweifelte Basler zeigten sich ironisch und werweisen über Magneten im Ball

Schlecht belohnt: Der Ball war wie verhext und prallte drei Mal bei Basler Kopfbällen vom Torgehäuse zurück.

Schlecht belohnt: Der Ball war wie verhext und prallte drei Mal bei Basler Kopfbällen vom Torgehäuse zurück.

Je ein Mal trafen die FCB-Akteure Lang, Doumbia und Suchy mit ihrem Kopfversuch nur die Torumrandung. Ratlose Basler zeigten sich nach dem Spiel in der Verzweiflung auf ironische Art verschwörerisch.

Renato Steffen meint unmittelbar nach dem Spiel, die FCB-Spieler hätten in der Kabine gewerweisst, ob ein Magnet im Ball steckt. Wie sonst wäre er zuvor dreimal an Pfosten und Latte gelandet und nie im Tor? Trainer Urs Fischer sagt es so: «Wir haben heute dreimal Aluminium getroffen. Vermutlich hätten wir noch weiterspielen können und auch der nächste Ball wäre an den Pfosten. Es war heute wie verhext.»

Michael Lang, Seydou Doumbia und letztlich noch Marek Suchy treffen zielsicher die Torumrandung, allesamt mit dem Kopf, ein Tor aber bleibt dem FCB gestern beim 0:3 im Parc des Princes verwehrt. Fischer: «Alleine das Wissen, dass man gut gespielt hat, reicht nicht. Das ist heute unheimlich bitter.» Trotzdem: Es ist ein ganz anderer FCB der hier in Paris zu Werk geht als in London. Die Niederlage ist höher, doch nach diesem Auftritt auch die Hoffnung, dass man europäisch überwintern kann, also nächstes Jahr in der Europa League weiterspielt. Denn der Champions-League-Zug ist nach Gestern praktisch abgefahren.

Viel Lob für den FCB

Die Leistung aber macht Hoffnung. Präsident Bernhard Heusler kommt fast schon ins Schwärmen: «Positiv ist, dass wir eine Visitenkarte abgeben konnten. Wir haben auf allerhöchstem europäischem Niveau gezeigt, dass unsere hervorragend Fussball spielen kann.» Dass er nicht unter Verblendung leidet, bezeugt eine andere Anekdote: Im Prinzenpark sind am Mittwochabend alle Präsidenten sämtlicher Ligue-1-Klubs zu Gast. Sie sind für eine Versammlung nach Paris gekommen. «Der eine oder andere kam in der Pause oder nach dem Spiel zu mir und meinte, dass sie hier nie so viele Chancen herausgespielt hätten wie der FC Basel», erzählt Heusler. Unter den Gratulanten auch die Präsidenten von Marseille, das am Wochenende in Paris spielt, und Ligue-1-Tabellenführer Nizza.

Trotz der Enttäuschung nach der Niederlage: Der FCB scheint den Glauben an sich selbst wieder gefunden zu haben. Und er lässt sich auch von den Gerüchten um Sportchef Georg Heitz nicht aus der Ruhe bringen. Wie die Sportbild schreibt, soll der Hamburger SV an ihm interessiert sein. Bernhard Heusler sagt dazu: «Für uns ist das unterdessen Business as usual.» Was er meint: Es gab solche Gerüchte in den letzten Monaten und Jahren immer wieder. Auch um ihn. Beunruhigen lassen sich die Basler wenigstens gegen aussen nicht. ​

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