Champions League
Wie Mourinho mit der Niederlage gegen Basel umgeht

Als er im Sommer 2004 nach London kam, tat er das mit einem verbalen Überfall: „Denken Sie bitte nicht, ich sei arrogant - aber ich bin der Auserwählte." „The special one", so nannte ihn die Presse fortan. Und Mourinho tat vieles, um seinen Ruf zu zementieren.

Etienne Wuillemin, London
Drucken
Teilen
«Der Auserwählte» übernimmt die Verantwortung.

«Der Auserwählte» übernimmt die Verantwortung.

Keystone

José Mourinho tat vieles, um seinen Ruf zu zementieren. Sein erstes Gastspiel bei Chelsea ging im September 2007 zu Ende. Nach einem biederen 1:1 in der Champions League gegen Rosenborg Trondheim wurde er entlassen. Auf den Tag sechs Jahre waren am Mittwochabend seit dieser Episode vergangen, als Mourinho mit Chelsea in die Champions League zurückkehrte. Es wurde wieder kein guter Abend. Dafür sorgte der FC Basel mit seiner späten Wende vom 0:1 zum 2:1.

Viertes Spiel ohne Sieg
Auch wenn Mourinho nicht gerade ein Ähnliches Schicksal wie damals befürchten muss. Ein Rückschlag ist diese Pleite gleichwohl. Nach zwei Siegen in der Meisterschaft zum Auftakt war es nun bereits das vierte Spiel ohne Sieg in Serie (inklusive Super Cup gegen Bayern München).
„Für diese Niederlage übernehme ich die Verantwortung", sagt Mourinho. Den Vorwurf, Basel unterschätzt zu haben, liess er dennoch - natürlich - nicht gelten. „Da haben Sie mir gestern wohl nicht zugehört", massregelte er einen Journalisten. Tatsächlich hatte Mourinho gewarnt: „Ich erinnere daran: 2011, Manchester United out, Basel weiter. Letztes Jahr, Tottenham out, Basel weiter." Und überhaupt sei Chelsea dann gegen Basel im Europa-League-Halbfinal nur mit Glück weitergekommen.

Punkte zurückholen
In der nationalen Premier League hat Mourinho an der Seitenlinie mit Chelsea noch nie ein Heimspiel verloren. In der Champions League ist es bisher erst einmal vorgekommen, gegen den FC Barcelona.
Und nun, wie weiter Herr Mourinho? „Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass wir einen der ersten beiden Plätze in der Gruppe erreichen können", sagt er. „Wir haben drei Punkte verloren. Und diese müssen wir nun auf Schalke, in Basel, aber auch in Bukarest zurückholen."
Gewisse Sorgen um sein Team macht sich der Portugiese dann aber doch: „Das Team hat nicht die Erfahrung, und den Charakter, um mit schwierigen Momenten im Spiel umgehen zu können. Als wir gegen Basel mit dem ersten negativen Moment konfrontiert waren, begannen wir sofort zu wackeln. Aber so ist das nun einmal. Wir müssen uns intern kritisch mit den Dingen auseinandersetzen und weiter an uns arbeiten."
Dem FCB soll das nur Recht sein. Er kann nun am Dienstag 1. Oktober mit breiter Brust Schalke 04 empfangen.

Aktuelle Nachrichten