Fussball-WM
Wie König Fussball das TV-Volk regiert

In den vergangenen fünf Jahren – seit das SRF die Messmethode erneuert hat – sind 9 der Top-10-Plätze von Fussballspielen belegt

Yannick Nock
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CH-Fans verfolgen Match Schweiz - Ukraine . . .

CH-Fans verfolgen Match Schweiz - Ukraine . . .

Keystone

Die Szene hat sich ins kollektive Gedächtnis der Schweiz gebrannt: 120 Minuten sind längst vorbei. Elfmeterschiessen. Die Nerven liegen blank: Marco Strellers Zunge saust von einer Ecke des Mundwinkels zur anderen, wie die Flügel eines Kolibris. Der Nati-Star läuft an – und verschiesst. Genau wie alle seine Teamkameraden auch. An der WM 2006 in Deutschland scheidet die Schweiz im Achtelfinal gegen die Ukraine aus. Ein Drama, aber ein erfolgreiches. Zumindest wenn es um die TV-Quote geht. 1,73 Millionen Schweizer fieberten live mit. Eine Zahl, wie sie im TV kaum vorkommt – nur König Fussball gelingt es, solche Massen vor den Bildschirm zu locken.

In den vergangenen fünf Jahren – seit das SRF die Messmethode erneuert hat – sind 9 der Top-10-Plätze von Fussballspielen belegt (siehe Tabelle). Einzig ein anderes Sportteam schafft es ebenfalls in die Hitparade: 1,18 Millionen schauten 2013 den WM-Eishockeyfinal zwischen der Schweiz und Schweden. Dieses Jahr fand eine Neuauflage statt, allerdings schalteten nur 1,08 Millionen Fans ein.

Geht man weiter zurück, gab es höhere Zuschauerzahlen als im Fussball (allerdings mit einer anderen Messmethode). Die meistgesehene «Tagesschau» flimmerte am 15. Oktober 2000 über die Bildschirme. 1,69 Millionen sahen die Sendung über die Überschwemmungen und Erdrutsche in Gondo. Nummer zwei bei der «Tagesschau» waren die Terroranschläge vom 11. September 2001. In den 80er-Jahren – ohne Internet und zeitversetztes Fernsehen – waren noch andere Zahlen möglich. Mit 1,83 Millionen Zuschauern sorgt 1986 ein früherer Quotengarant für einen Allzeitrekord: Die Show «Wetten, dass...?» lockte die Schweizer Jahrzehnte vor den TV.

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