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Wie kann sich GC diese neuen Spieler leisten?

Gajic, Vasquez, Frick und Paiva. GC ist der Transfersieger der Winterpause. Die Frage ist jedoch: Kann sich GC diese neuen Spieler überhaupt leisten?

Die Grasshoppers sind auf Einkaufstour. Für die Rückrunde kommen Milan Gajic und Andres Vasquez leihweise vom FCZ und Mario Frick vom St.Gallen. Zudem wechselt diesen Juli Joao Paiva vom FC Luzern zum Tabellenletzten.

Die Transferoffensive während der Winterpause ist erstaunlich - schliesslich kämpft der der Rekordmeister seit Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten. Deshalb drängt sich die Frage auf, ob sich GC die neuen Spieler überhaupt leisten kann. Die Antwort ist Nein. «Paiva ist Teil des regulären Budgets für die nächste Saison. Aber die Kosten für die offensiven Verstärkungen für die Rückrunde laufen nicht über unser Budget», sagt GC-Präsident Urs Linsi im Gespräch mit der az.

Linsi spricht von privaten Geldgebern, die dem Verein unter die Arme greifen würden. Um wen es sich dabei handelt, will der GC-Präsident nicht verraten. «Ich kann ihnen jedoch versichern: Es sind grosszügige Menschen, denen GC am Herzen liegt».

GC hält an Jugendstrategie fest

Ausserdem hält Linsi fest, dass sich mit den Neuverpflichtungen die Strategie des Vereins nicht geändert habe. «Wir halten an unserem Nachwuchskonzept fest». Mit den Verstärkungen sollen die unerfahrenen Spieler entlastet werden. Linsi räumt in diesem Zusammenhang ein, dass der Verein die Jugendspieler während der Vorrunde zu lange allein im Regen habe stehen lassen. «Wir hatten in der Vorrunde bis zu neun Verletzte. Darunter auch die für unsere junge Mannschaft wichtigen Routiniers Smilijanic und Cabanas. Der Druck, der damit auf den jungen Spielern lastete, war zu gross».

Darüber hinaus habe der Verein in der Vergangenheit im Jugendbereich eklatante Fehler begangen. Das soll sich nun ändern, indem die Kompetenz in der Nachwuchsförderung gestärkt werden soll. «Unter der Leitung von Mathias Walter als Trainer und Talent Manager haben wir das U21-Team neu ausgerichtet und die Zusammenarbeit zwischen der ersten Mannschaft und dem Nachwuchsbereich verbessert». Bei den jüngeren Mannschaften klaffe jedoch eine zu grosse Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. «Diese zu schliessen, wird Zeit brauchen», sagt Linsi.

Meisterschaft in fünf Jahren ein Thema

Dies habe auch Auswirkungen auf die langfristige Planung. Linsi geht davon aus, dass GC frühestens in drei bis fünf Jahren wieder ernsthaft um die Meisterschaft mitspielen kann. Das habe auch mit der finanziellen Situation zu tun. Es ist davon auszugehen, dass GC ein jährliches strukturelles Defizit von fünf Millionen aufweist. «Wir haben kein Fussballstadion. Im Letzigrund fehlen Stimmung und Emotionen. Das behindert die Vermarktung».

Darüber hinaus sei der Letzigrund eine teure Anlage.Derzeit bezahlt GC der Stadt Zürich pro Jahr zwei Millionen Franken an Miete. Hinzu kommen pro Zuschauer «allein für die Sicherheit im Stadion acht Franken an den Stadionbetreiber» - also die Stadt Zürich. Damit nicht genug: Weitere 700000 Franken wendet GC für die Sicherheitskosten auf. «Unsere Kosten für Stadion und Sicherheit liegen deutlich höher als bei vergleichbaren Vereinen. Zudem profitieren alle anderen Vereine der Axpo Super League günstig oder gratis von einer öffentlichen Infrastruktur, während der GC Campus privat finanziert wird. Alles zusammen ergibt auf der Kostenseite einen Wettbewerbsnachteil, den wir in unserer Situation auf der Einnahmenseite nicht mehr wettmachen können», sagt Linsi. Und: «Mit einem richtigen Fussballstadion könnten wir sicher auch deutlich mehr Einnahmen erzielen».

Punkte sind das Wichtigste

Deshalb hat GC den Mietvertrag für den Letzigrund gekündigt und verhandelt mit der Stadt Zürich über Lösungen, um Betriebskosten zu senken. Dabei hat Linsi einige Ideen. «Ich kann mir vorstellen, dass wir im Letzigrund einige Eingänge und Sektoren sowie einen von zwei VIP-Bereichen schliessen». Die Stadt Zürich seinerseits signalisiert in Sachen Mietzinsreduktion Gesprächsbereitschaft - jedoch im bescheidenen Ausmass.

Derweil weigert sich Linsi trotz «Verstärkungen» das Saisonziel nach oben zu korrigieren. «Es gibt keine Zielsetzung in dieser Saison». Priorität habe einzig und allein, dass sich die Mannschaft aus den Niederungen des Tabellenkellers hocharbeitet. «Danach sehen wir weiter». Wenn bei dieser Aufholjagd das obere Mittelfeld herausspringe, umso besser, «aber jetzt sind nur Punkte wichtig».

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