Frauen-WM
Wie die Schweizerinnen den Deutschen aus dem Weg gehen

Heute können die Schweizer Fussball-Nationalspielerinnen in den WM-Achtelfinal einziehen. Gegen Kamerun geht es um mehr als nur ums Weiterkommen.

Dominik Moser, Edmonton
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Auf der Erfolgswelle: Die Schweizer Frauen-Nati in Kanada.

Auf der Erfolgswelle: Die Schweizer Frauen-Nati in Kanada.

KEYSTONE

Im Spiel gegen das punktgleiche Kamerun geht es für die Schweizerinnen nicht nur um das erklärte Ziel Achtelfinal-Teilnahme, sondern auch darum, Rang 2 in der Gruppe zu verteidigen.

Obwohl der Sprung in die nächste Runde aufgrund des hohen Tore-Plus auch mit einer Niederlage zu erwarten ist, strebt das Schweizer Team mindestens ein Unentschieden an. Zwar qualifizieren sich auch die vier besten Drittplatzierten für die Achtelfinals, als Gruppenzweiter könnte man in der ersten K.o.-Runde jedoch einem grossen Gegner wie Deutschland oder Kanada aus dem Weg gehen.

Wegen der erwähnten Tordifferenz könnten die Schweizerinnen dieses Ziel bereits mit einem Remis erreichen. Da gleich mehrere Schweizer Spielerinnen angeschlagen sind, wird die Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg erneut zu Umstellungen gezwungen. Während es bei Rekordnationalspielerin und Captain Caroline Abbé nach ihrer im Ecuador-Spiel erlittenen Adduktorenverletzung nicht nach einem Einsatz aussieht, dürfte Lara Dickenmann nach überstandenen muskulären Problemen wieder fit sein. Der Einsatz von Vanessa Bernauer (Fussverletzung) steht ebenfalls auf der Kippe. Die Mittelfeldspielerin musste wie Dickenmann bereits gegen Ecuador aussetzen. Für einen Teileinsatz könnte es bei Vanessa Bürki reichen, die nach ihrem im März erlittenen Mittelfussbruch wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen konnte.

Gegen Kamerun erwartet die Schweizerinnen eine geballte Ladung Offensiv-Power. «Wir haben gesehen, welche Qualität sie nach vorne haben. Wenn man ihnen Raum lässt, sind sie sehr gefährlich», wies Voss-Tecklenburg auf die Stärken des Gegners hin, welcher zuletzt gegen Titelverteidiger Japan eine Überraschung nur knapp verpasste und 1:2 verlor. Gaëlle Enganamouit hätte in der Nachspielzeit beinahe noch den Ausgleich erzielt, doch ihr Kopfball strich Zentimeter am Pfosten vorbei.

Aufgepasst auf die Nummer 17

Enganamouit ist zweifelsohne Kameruns auffälligste Angreiferin. Die 23-Jährige trug mit ihren drei Toren beim Afrika-Cup massgeblich zur erstmaligen WM-Qualifikation bei. Auch an der WM in Kanada sorgte die kräftige Stürmerin mit der Rückennummer 17 nicht nur wegen ihrer ausgefallenen Frisur für Aufsehen. Beim 6:0-Sieg gegen Ecuador war Enganamouit an fünf der sechs Tore beteiligt, drei schoss sie gleich selbst.

Die selbstbewusste junge Frau, die beim schwedischen Klub Eskilstuna United in einer der besten Ligen der Welt unter Vertrag steht, sagte einst, sie werde eines Tages die Samuel Eto’o des Frauenfussballs sein. Dürfte es nach den Schweizerinnen gehen, müsste sie diesen Beweis nicht ausgerechnet im letzten Gruppenspiel erbringen.