FC Basel

Wer wird Fischers Nachfolger? «Wicky macht im Nachwuchs einen hervorragenden Job»

Raphael Wicky und Marco Steller verstehen sich gut.

Raphael Wicky und Marco Steller verstehen sich gut.

Die neue Führung des FC Basel setzt beim Neustart auf einen neuen Trainer − das Karussell beginnt sich zu drehen. Wird Wicky befördert, oder kehrt Fink zurück zum FCB? Auch Weiler wäre ein Kandidat.

Wer wird im Sommer neuer Trainer des FC Basel? Dies ist die spannendste Frage, seit am Montag klar geworden ist, dass die neue Führung um den designierten Präsidenten Bernhard Burgener den Neuanfang nicht mit Urs Fischer zu bestreiten gedenkt.

Wer also wird die sportlich wichtigste Position im Projekt 2017–2020 ausfüllen? Das Konzept umsetzen, das vorsieht, künftig vermehrt wieder Basler Spieler auf dem Platz zu haben und damit die etwas verloren gegangene Identifikation der Zuschauer mit dem Team wieder aufleben zu lassen.

«Natürlich haben wir ein Profil erstellt, aber dazu sagen wir nichts», sagte der kommende Sportdirektor Marco Streller an der gestrigen Medienkonferenz. Und noch viel weniger gab er Namen preis, die auf der bereits erstellten Liste stehen. «Ich kann aber sagen, dass wir noch keinen Kandidaten kontaktiert haben», sagte Streller.

Warum muss Urs Fischer gehen und wer wird sein Nachfolger?

Warum muss Urs Fischer gehen und wer wird sein Nachfolger?

Einschätzungen von Sportchef Etienne Wuillemin.

Trainertalent Wicky

Zu einem von ihnen wäre der Weg kurz. Ja, Streller müsste nicht mal das Telefon in die Hand nehmen. Er könnte einfach auf den FCB-Campus spazieren und mit Raphael Wicky sprechen. Raphael – und nicht Jean-Pierre, wie Burgener am Freitagabend den aktuellen U21-Trainer irrtümlicherweise nannte. Angesprochen auf den Mann, der die älteste Basler Nachwuchsmannschaft erfolgreich in der Promotion League trainiert, liess sich Streller sogar zu einem Statement hinreissen: «Wicky macht im Nachwuchs einen hervorragenden Job.» Voilà.

Kennt den Verein und arbeitet gerne mit Jungen: Raphael Wicky.

Kennt den Verein und arbeitet gerne mit Jungen: Raphael Wicky.

Ohne Zweifel ist der Walliser ein Trainertalent und ein ernsthafter Kandidat. Er ist nun in der vierten Saison als Juniorentrainer beim FCB engagiert. Es ist nur Gutes über sein Wirken zu vernehmen. Er arbeite akribisch und könne es gut mit den Jungen, heisst es. Der 39-Jährige hat eine lange Profikarriere mit Stationen in Deutschland, Spanien und den USA hinter sich und war 75-facher Internationaler mit WM-Erfahrung. Natürlich ist dieses Kriterium in den letzten Jahren immer weniger wichtig bei einer Trainerwahl geworden, doch aus einem solchen Erfahrungsschatz schöpfen zu können, ist gleichwohl ein Vorteil. Die Auftritte Wickys als Experte beim Fernsehen zeigen, dass er kommunikativ stark ist und vermeintlich komplizierte taktische Begebenheiten gut verständlich darstellen kann.

Fink bei Austria in der Krise

Wer weiss, wie schwärmerisch sich Streller und der ebenfalls in der neuen Führung vertretene Alex Frei immer wieder über den früheren FCB-Trainer Thorsten Fink ausgelassen haben, dem ist klar, dass auch der Deutsche auf der Liste stehen muss. Der 49-jährige Fussballlehrer, der nach seinen beiden Meistertiteln und dem Cupsieg mit Basel weder beim HSV, noch bei Apoel Nikosia und Austria Wien Bäume ausgerissen hat, ist in Österreich noch bis 2019 unter Vertrag.

Allerdings hat er mit den Veilchen die letzten vier Pflichtspiele verloren und steht in der Kritik. Fink arbeitet seit Juli 2015 in Wien. Wie Wicky verfügt auch Fink über eine grosse Erfahrung als Profi. 2006 hatte er es als Trainer der Red Bull Juniors mit jungen Spielern zu tun. Fink ist verbal äusserst beschlagen, er geht auf die Menschen zu und ist den Baslern in guter Erinnerung geblieben. Obwohl sein Abgang reichlich abrupt war, als die Bundesliga rief.

Seit 2015 ist Fink in Wien unter Vertrag.

Seit 2015 ist Fink in Wien unter Vertrag.

Gut zum FCB passen würden gewiss auch dynamische Trainer wie René Weiler und Adi Hütter. Doch der eine hat eben erst bei Anderlecht den Vertrag verlängert, der andere fühlt sich bei YB ausgesprochen wohl und will mit den Bernern den FCB fordern. Und dann gäbe es ja auch noch diese jungen deutschen Konzepttrainer...

Kennt den Schweizer Fussball und hat Power: René Weiler.

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