Cupfinal

Wer will den Cupfinal? Basel bereit, Zürich und St. Gallen würden Anfrage prüfen

Basel-Fans auf der Berner Kornhausbrücke am Tag des Cupfinals

Basel-Fans auf der Berner Kornhausbrücke am Tag des Cupfinals

Cupfinal - quo vadis? Nach den Ausschreitungen in der Hauptstadt wollen Berner Politiker das Endspiel nicht mehr. Die Fussball-Hochburg Basel ist bereit zu übernehmen. In Zürich und St. Gallen ist man zumindest nicht per se abgeneigt.

Die Geduld scheint am Ende: Der kantonale Polizeidirektor Hans-Jürg Käser fordert die Stadt Bern auf, künftig auf die Austragung des Fussball-Cupfinals zu verzichten. Die Fans des FC Zürich hätten beim Fanmarsch zahlreiche Abmachungen nicht eingehalten, sagt der städtische Sicherhetisdirektor Reto Nause. Und Stadtpräsident Alex Tschäppät, eigentlich ein bekennender Fussball-Fan, sagt: «Es ist vorstellbar, dass es in Bern unter diesen Bedingungen keinen Cupfinal mehr geben wird.»

Die Hauptstadt will also nicht mehr. Wo aber soll der Cupfinal künftig stattfinden?

In Basel, wo das grösste Stadion der Schweiz steht und der Cupfinal bereits acht Mal stattgefunden hat? Oder in Zürich, wo das Stadion zwar gross genug wäre, jedoch keine wirkliche Fussballarena ist? In Genf, wo ein wunderschönes Stadion steht, das jedoch nur bei Länderspielen ausgelastet ist? Oder gar in St. Gallen, wo das Stadion nur knapp 20000 Zuschauer fasst, was jedoch nur 3000 weniger sind als im schwach besetzten Stade de Suisse am Montag in Bern?

In Basel scheint die Lust auf den Cupfinal da, möglichen Ausschreitungen und Sachbeschädigungen zum Trotz. Der Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr signalisierte heute auf Twitter jedenfalls schon seine Bereitschaft und verweist auf eine Aussage, die er im «Regionaljournal Basel» von SRF gemacht hat: «Wenn eine entsprechende Anfrage des Schweizer Fussballverbandes an uns ergeht, werden wir diese sicher wohlwollend prüfen.»

Eine lose Anfrage war bereits Anfang April nach Basel gelangt, als unklar war, ob der diesjährige Cupfinal wegen der Fanmärsche tatsächlich in Bern stattfindet. Basel wäre jedoch aus sportlicher Sicht ein heisses Pflaster: Der FCB ist praktisch Stammgast im Cupfinal. Somit hätte Rot-Blau bei weiteren Finalqualifikationen einen Heimvorteil.

In Zürich äussert man sich zurückhaltender, aber offen: «Selbstverständlich würden wir eine Anfrage des Fussballverbands auf ordentlichem Weg prüfen. Eine allfällige Bewilligung müsste vom Polizeivorsteher erteilt werden», sagt Lukas Wigger von der Kommunikationsabteilung des Zürcher Präsidialdepartements. Wigger betont aber: Die Frage stelle sich zur Zeit nicht. Solange betreffend Austragungsort Bern keine endgültige Entscheidung gefallen ist, will Zürich nicht vorpreschen.

Ähnlich tönt es aus St. Gallen. Stadtrat Nino Cozzio: «Eine Anfrage des Schweizer Fussballverbandes müsste zunächst an die FC St.Gallen Event AG gerichtet werden, die beurteilen kann, ob die Durchführung des Cupfinals interessant ist und ob die AFG Arena für einen Anlass dieser Grössenordnung genüge.» Der Stadtrat seinerseits würde eine Bewilligung durch das Sicherheitsdepartement prüfen. Jedoch seien die Gewaltakte rund um den Cupfinal in Bern eine denkbar schlechte Reklame für den Anlass gewesen. «Angesichts der negativen Vorkommnisse würde bei einem allfälligen Bewilligungsverfahren der Sicherheitsaspekt eine entscheidende Rolle spielen», sagt Cozzio.

Genf war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

SFV taucht ab

Der Schweizer Fussballverband bleibt auf Tauchstation. Er will weder die Frage nach einem alternativen Austragungsort des Cupfinals beantworten noch geht er auf die Forderung der Berner ein, sich an den Kosten für die Sachbeschädigungen zu beteiligen.  Gemäss Berner Polizei ist ein Sachschaden von rund 40000 Franken entstanden. Wie die Stadtberner Regierung heute mitteilte, will sie die Klubs in die Pflicht nehmen und mit ihnen nochmals zusammensitzen.

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