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Wer packts? 13 Schweizer wollen sich in der Bundesliga in Szene setzen

Die Bundesliga zieht Schweizer Fussballer magisch an. Die beiden prominestesten Neuzugänge für die kommende Saison sind die beiden Basler Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka. Ab Samstag müssen sie beweisen, dass die ihr Geld auch wert sind.

In der Liga der Träume Fuss zu fassen, dass ist das Ziel fast aller Schweizer Fussball-Profis. Dort einmal angekommen, verfliegen die Träume schnell. Auf die neue Saison hin wollen es mit Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka zwei neue. Welche Chancen haben sie? Und wo stehen die 11 Spieler, die seit mindestens einer Saison in der Bundesliga spielen?

Die Hoffnungsträger

Sie sind jung. Sie sind neu. Und vor allem haben sie das Potenzial, um in der Bundesliga wichtige Rollen einzunehmen: Xherdan Shaqiri (20) und Granit Xhaka (19) vereinen nach ihren Transfers vom FC Basel zu Bayern München respektive Gladbach die Hoffnung der ganzen Fussball-Schweiz. Shaqiri ist der freche, frische und unbekümmerte Schweizer, von dem sie in München jetzt schon schwärmen.

Er sagt in seiner ihm eigenen Art: «Mir ist egal, ob Robben, Ribéry oder Müller auf die Bank muss.» Wichtig ist nur eines: «Ich setze mich bei den Bayern durch.» Shaqiri meint das keineswegs arrogant. Seine Worte sind Ausdruck seines grossen Selbstvertrauens. Etwas, das man von einem Schweizer Fussballer in dieser Art bisher nicht kannte.

Solches Denken gefällt auch Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld. Er schätzt Shaqiri dank seiner Vielseitigkeit, sieht ihn als «Waffe», um die Gegner zu überraschen.

Bereits einen Schritt weiter als Shaqiri sind Xhaka und Eren Derdiyok. In Gladbach und Hoffenheim haben die beiden derzeit einen Stammplatz - in der ersten Runde am Samstag treffen sie bereits aufeinander. Beide haben in ihren Trainern die grössten Fürsprecher, Lucien Favre möchte Xhaka als Regisseur aufbauen, Markus Babbel glaubt an das Potenzial von Derdiyok, obwohl das in Leverkusen nach drei Jahren, 112 Spielen und 34 Toren niemand mehr tat. Bewähren müssen sie sich trotzdem beide. Tun sie das, wird auch die Nationalmannschaft davon profitieren.

Die Etablierten

In der Saison 2008/09 hat Felix Magath den VfL Wolfsburg zum deutschen Meistertitel geführt. Es ist eine Weile her und seitdem viel passiert. Magath verliess den VfL trotz des Titels in Richtung Schalke - und kehrte im März 2011 wieder zurück. Eines ist gleich geblieben: Diego Benaglio ist der unbestrittene Führungsspieler und Stammtorhüter der Wölfe. Das ist auch in dieser Saison nicht anders.

Magaths Vertrauen in den Schweizer Nationaltorhüter kennt keine Grenzen. Im letzten Winter ist die Schweizer Delegation in Wolfsburg um einen jungen, talentierten Spieler grösser geworden. Knapp 10 Millionen Franken zahlte der VfL für den ehemaligen FCZ-Verteidiger Ricardo Rodriguez. Dieser setzte sich auf Anhieb und trotz Startschwierigkeiten durch - er wird seinen Stammplatz auch in diesem Jahr verteidigen.

Neben Derdiyok verliess mit Tranquillo Barnetta auch der zweite Schweizer Bayer Leverkusen. Nach sieben Jahren fand der Ostschweizer im Ruhrpott bei Schalke 04 seine nächste Herausforderung. Barnetta ist mit seinen 27 Jahren eigentlich im Zenit seiner Karriere angelangt - die Frage ist nur: Wie gut hat er sich von seiner schweren Knieverletzung erholt, wegen der er fast die ganze letzte Saison pausieren musste?

Bleibt Pirmin Schwegler: Er steigt in seine vierte Saison in Frankfurt. Vor einem Jahr ist er nach dem Abstieg der Eintracht zum Captain aufgestiegen. Nun soll es unter seiner Führung mit dem Ligaerhalt klappen.

Die Ersatzspieler

Sie heissen Affolter, Nikci, Klose, Ferati, Eggimann und Hitz. Und sie haben eines gemeinsam: Ihre Dienste werden nicht benötigt. François Affolter und Adrian Nikci wechselten in die Bundesliga, noch bevor sie sich in der Schweizer Super League richtig durchgesetzt haben. Affolter im letzten Winter zu Bremen, weil ihm die Perspektiven bei YB fehlten. Nikci diesen Sommer zu Hannover, weil er sich zu Höherem berufen fühlte, als dies seine Nebenrolle beim FCZ darstellte.

Affolter, der noch immer YB gehört, steht vor der Frage: Bank bei Werder? Zurück auf Feld 1 in der Schweiz? Oder doch ein anderer Klub im Ausland? Bis am 31. August hat er Zeit, um die Fragen zu beantworten.

Dasselbe müssen sich auch Timm Klose und Beg Ferati fragen. Die beiden Basler sind in die Bundesliga zu kleinen Vereinen gezogen, weil sie dort den nächsten Schritt ihrer Karriere sahen. Bei Klose sah es zumindest am Anfang gut aus. Seine Fehler in Nürnberg wurden aber wie bei Affolter längst zur zu grossen Hypothek. Feratis Engagement in Freiburg ist ein einziges Missverständnis. Er, steht längst auf dem Abstellgleis und wird eher früher als später ein Thema beim FC Zürich.

Anders ist die Situation für Mario Eggimann und Marwin Hitz. Eggimann kann mit seiner Reservisten-Rolle dank seines lukrativen 5-Jahres-Vertrags bei Hannover gut leben. Hitz ist in Wolfsburg die stille Nummer 2 hinter Diego Benaglio, die ihre Rolle genauso loyal ausfüllt, wie sich das ein Trainer nur wünschen kann. (ewu)

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