EM 2016
«Wer in den Final will, muss die Deutschen ohnehin besiegen»

Als die Arbeit vollbracht und das erstmalige Überstehen einer EM-Vorrunde in der Schweizer Fussballgeschichte Tatsache war, machten sich die Schweizer Spieler an die Aufarbeitung dieses Abends. Die meisten hielten sich nicht lange an diesem 0:0 gegen Frankreich auf. Sondern blickten bereits vorwärts auf den Achtelfinal.

Etienne Wuillemin, Lille
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Als Mannschaft Grosses erreichen: Die Schweizer Nati zeigt sich nach der EM-Achtelfinal-Quali erfolgshungrig.

Als Mannschaft Grosses erreichen: Die Schweizer Nati zeigt sich nach der EM-Achtelfinal-Quali erfolgshungrig.

Keystone

Die kleine Spontanumfrage, wer denn nun der Gegner sein sollte, ob Polen oder Deutschland oder gar Nordirland, erbrachte zwar keine eindeutige Tendenz. Aber es war doch auffallend, wie viele Schweizer sich sehr gerne der Herausforderung Deutschland stellen würden.

Xherdan Shaqiri beispielsweise sagte: «Wenn man in den Final will, muss man die Deutschen ohnehin irgendwann besiegen. Vielleicht ist es ja ein Vorteil, wenn das früh im Turnier der Fall ist.»

Schweiz - Frankreich: das Spiel
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Erleichterung bei den Schweizern über die Achtelfinal-Quali
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Hopp Schwiiz!
Schweiz-Frankreich in Lille – das ist zweifelsohne ein Auswärtsspiel für die Schweiz
Die Schweizer Natispieler begutachten den Platz in Lille
Schweizer Fans auf dem Weg ins Stadion in Lille
Die Schweizer beim Training vor dem Spiel gegen Frankreich.

Schweiz - Frankreich: das Spiel

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Ganz ähnlich tönte es bei Granit Xhaka, dem überragenden Schweizer Akteur des bisherigen Turniers. «Ob Deutschland im Achtelfinal oder im Final, das ist eigentlich egal.»

Und auch Admir Mehmedi, nach seinem Tor gegen Rumänien mit spürbar mehr Selbstvertrauen unterwegs, sagte: «Ich spiele in der Bundesliga - deshalb würde ich natürlich gerne gegen Deutschland antreten.»

«Es ist Zeit, Ambitionen zu haben», sagte Valon Behrami. «Dieses Spiel gegen Frankreich war ein erster guter Test, um zu sehen, was wir Wert sind im Vergleich mit einem grossen Gegner.» Das Resultat hat ihm gefallen. Und soll es wieder tun am kommenden Samstag ab 15:00 Uhr in St.Etienne. «Was nun kommt, ist das Dessert», sagte Shaqiri, «wir sind bereit dafür».

Er sah die Spiele auch als Beweis dafür, dass der Schweizer Abwehrverbund funktioniert. Nur ein Gegentor - und erst noch per Penalty -, das spricht eine deutliche Sprache. «Es gab viel Kritik, nun haben wir bewiesen, dass wir stabil sein können.»

Diese Stabilität gilt es nun in die K.O-Phase mitzunehmen. Gelingt das, und sollten die Stürmer plötzlich das Tor treffen, sind die Voraussetzungen gut, um erstmals im modernen Fussball in einen Viertelfinal einzuziehen.