Doch nach dem steilen Aufstieg folgte schon bald der noch viel tiefere Fall. In seinen Sommerferien erhielt Jakupovic mehrere interessante Angebote innerhalb der griechischen Liga. Volos-Präsident Achilleas Beos meinte jedoch, man solle abwarten, bis er zurück sei, und man alles in Ruhe besprechen könne. Jakupovic gab dem Wunsch des Klub-Bosses schliesslich nach, hatte er doch mit dem Verein von der Ostküste Griechenlands eine sehr erfolgreiche Saison hinter sich gebracht.

Nichts geahnt

So war der 20. Juli 2011 dann auch ein ganz normaler Tag im Leben des schweizerisch-bosnischen Doppelbürgers. Trainingsauftakt nach der Sommerpause, Fans, die zahlreich erschienen, und die Qualifikation zur Europa League fest im Visier. Doch die gute Stimmung in der Sonne Griechenlands war nur von kurzer Dauer. Noch am selben Tag machten diverse Gerüchte die Runde, dass Olympiakos Volos in einen riesigen Wett- und Manipulationsskandal verwickelt sein soll.

Am 21. Juli überschlugen sich dann die Ereignisse. Die beiden Präsidenten der Klubs Olympiakos Volos und AO Kavala wurden im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals verhaftet, in den Zeitungen war die Rede von Zwangsrelegation der beiden Teams. Auf einen Schlag war nichts mehr rosig, alles war nur noch dunkel. Doch Jakupovic und seine Teamkollegen liessen sich vorerst nicht verrückt machen. Wenige Tage später reisten sie nach Luxemburg zum Europa-League-Qualifikationsspiel in Differdingen. Jakupovic hielt seinen Kasten sauber – Olympiakos Volos siegte 3:0. Alles schien gut.

Dann am nächsten Morgen der Schock. «Um sieben Uhr morgens klingelte das Handy meines Zimmerkollegen. Seine Ehefrau informierte uns, was die Disziplinarkommission der Super League entscheiden hatte. Wir müssen runter – Zwangsabstieg», erinnert sich Jakupovic. Erfahren hatte er es also nicht durch einen Vereinsfunktionär, sondern von der Frau seines Zimmergenossen. Das war nicht gerade toll, sagt er.

Jakupovic will weg

Der Abstieg war also beschlossene Sache. Volos reichte sofort Rekurs ein, um das Ungemach doch noch abzuwenden. Das zweite und definitive Urteil steht noch aus. «Die Euphorie war weg. Es ist enorm schade um die vergangene Saison, die heissblütigen Fans und Spieler», sagt Jakupovic und schliesst einen Verbleib bei Volos aus, sofern er zur Zweitklassigkeit gezwungen wird. «Es gibt einige Optionen, Angebote aus Griechenland, Spanien und Deutschland liegen mir vor.»

Einfach wird es aber nicht, einen neuen Verein zu finden. «Ich muss jetzt auf mich schauen und das tun, was für mich am besten ist.» Ein Abschied würde Jakupovic nicht leicht fallen, hatte er doch ein vermeintlich gutes Umfeld, fantastische Fans und Mitspieler. «Seit diesem Vorfall sind wir alle näher zusammen gerückt. Auch die Fans unterstützen uns noch immer mit voller Leidenschaft. Das sind richtig fussballverrückte Leute. Die leben für den Fussball und für den Verein.»

Dennoch sieht sich Jakupovic nicht in der zweiten Liga Griechenlands. «Meine Frau und ich fühlen uns hier richtig wohl, aber ich will noch etwas erreichen in meiner Karriere, und das kann ich nicht, wenn ich zweitklassig spiele. Noch besteht aber Hoffnung, dass es gut ausgeht.» Im Fussball ist vieles möglich, das weiss auch Jakupovic.