FC Aarau
Wenn die Beispiele von Davide Callà und Shkelzen Gashi locken

Moreno Costanzo absolvierte am Donnerstagmorgen bereits sein erstes Training mit dem FC Aarau – gerade einmal zwölf Stunden nach seinem Transfer. Sowohl der offensive Mittelfeldspieler als auch sein neuer Klub sind sehr zufrieden.

Dean Fuss
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Moreno Costanzo diskutiert während seines ersten Trainings beim FC Aarau mit Trainer Sven Christ

Moreno Costanzo diskutiert während seines ersten Trainings beim FC Aarau mit Trainer Sven Christ

Dean Fuss

Moreno Costanzo ist am Donnerstagmorgen gut gelaunt. Auf der ZehnderMatte in Gränichen trainiert er zum ersten Mal mit dem FC Aarau. Erst zwölf Stunden zuvor war am späten Mittwochabend der Transfer des
26-jährigen Ostschweizers von den Young Boys aufs Brügglifeld bestätigt worden.

Eine Schonfrist gönnt man dem Neuen im Team deswegen nicht. «Es war schon ziemlich anstrengend», sagt Costanzo und ergänzt: «Das braucht es in der Vorbereitung. Ich bin gleich sehr gut aufgenommen worden.» Er gibt vollen Einsatz. Absolviert das Training mit Lauf-, Kraft- und Spieleinheiten voll motiviert.

Die Freude über die neue Situation ist ihm anzusehen. Bei YB ist er zuletzt zunehmend aufs Abstellgleis geraten. Nach einem schwierigen halben Jahr mit lediglich zwölf Einsätzen, zum letzten Mal war er Mitte September in der Startformation gestanden, hat er sich mit den Berner Verantwortlichen darauf geeinigt, dass er sich einen neuen Klub mit besseren persönlichen Perspektiven suchen darf. In Aarau ist er nun fündig geworden. «Natürlich ist hier alles etwas kleiner, aber das wusste ich. Dafür stimmen hier die Perspektiven», sagt Costanzo.

Die Karriere neu lancieren

Der offensive Mittelfeldspieler will in Aarau seine ins Stocken geratene Karriere neu lancieren. Der FC Aarau hat sich zuletzt den Ruf erarbeitet, dafür der richtige Klub zu sein. Exemplarisch zeigen das die jüngsten Beispiele von Shkelzen Gashi und Davide Callà. Beide hatten vor ihrer Zeit auf dem Brügglifeld Mühe, konnten sich beim FCA präsentieren und holten sich wieder Selbstvertrauen. Sowohl Gashi als auch Callà spielen mittlerweile beim FC Basel und das nicht etwa nur in der Rolle der Mitläufer.

Auch für den FC Aarau ist die leihweise Übernahme Costanzos eine gelungene Sache. Einerseits darf man von Costanzo vor allem in der Offensive neue Impulse erwarten. Andererseits zeigt die Verpflichtung auch, dass man in der Klub-Führung bemüht ist, das Team für die Rückrunde essenziell zu verstärken. Neben anderen Klubs hat gemäss FCA-Trainer Sven Christ auch der FC Vaduz, einer der voraussichtlich härtesten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg, heftig um die Dienste Costanzos geworben. «Dass wir Costanzo vom FCA überzeugen konnten, ist ein starkes Zeichen an das Team.»

Karriere ist Costanzo wichtiger als Geld
Im Ausland, unter anderem soll auch ein Angebot von den New York Red Bulls vorgelegen haben, hätte Costanzo ganz sicher mehr verdienen können. «Ich habe mich beim Entscheid Geld oder Karriere für Letzteres entschieden», sagt Costanzo. Ins Ausland geht es trotzdem bereits morgen: Dann fliegt der FCA ins Trainingslager in Side an der türkischen Riviera. Heute dürfen sich Costanzo und Co. aber erst einmal von den Strapazen dieser Woche erholen.