Fussball-Wochenende

Weiler weg - wann folgt Fink? Drei Aufreger des Fussball-Wochendes

Für René Weiler war das 0:3 gegen Lugano die letzte Partie als Trainer des FC Luzern..keystone

Für René Weiler war das 0:3 gegen Lugano die letzte Partie als Trainer des FC Luzern..keystone

Zwei Trainer der Super League stehen im Fokus des Fussball-Wochendes: FCL-Trainer René Weiler wird entlassen, für GC-Coach Thorsten Fink wird die Luft immer dünner. In der Bundesliga gibt Josip Drmic endlich sein Comeback für Gladbach.

1 Die verheerende Bilanz des GC-Trainers

Wann fliegt der Fink?
Diese Frage stellt sich spätestens seit dem gestrigen Auftritt der Grasshoppers zwangsläufig. Mit einem 0:1 gegen das bisherige Schlusslicht Xamax verloren die Zürcher nicht nur zum sechsten Mal in Folge, sondern übernahmen auch gleich noch die rote Laterne.

Es war ein miserabler Auftritt, den GC vor 4900 Zuschauern ablieferte. Ganz im Stil eines Absteigers. Ohne Biss, ohne Tempo und ohne Leidenschaft. «Wir waren nicht kreativ und nicht exakt. Der Gegner hat nur auf einen Fehler von uns gewartet. Und den haben wir gemacht», sagte Fink hinterher. Es war der junge Nikola Gjorgjev gewesen, der den Gästen mit einem fatalen Ballverlust ermöglicht hatte, durch Geoffroy Serey Die noch vor der Pause das Tor des Tages zu erzielen.

Wie hilflos, wie pomadig und lethargisch die Gastgeber danach und bis zum Ende auf den Rückstand reagierten, muss bei GC allen zu denken geben. Unter Fink hat der einst so stolze Rekordmeister in 26 Ligaspielen 17 Niederlagen erlitten. «Wir haben nicht gespielt, wie wir es uns vorgestellt hatten», sagte Fink. «Klar stehe ich als Trainer in der Verantwortung.»

Der Deutsche hatte darauf verzichtet, Caiuby ins Aufgebot zu nehmen. Der Brasilianer war erst am Ende der letzten Woche verpflichtet worden und laut dem Trainer noch nicht bereit für einen Einsatz. Die erneut eingesetzten Neuverpflichtungen, Yoric Ravet und Anthony Goelzer, blieben vieles schuldig und scheinen mehr mit sich selbst zu tun zu haben, als dem Team helfen zu können.

Natürlich wurde Fink gefragt, ob er noch der richtige Trainer für GC sei. Und natürlich liess er keine Zweifel offen, dass er und die Mannschaft die Kurve kriegen werden. «Ich habe Power ohne Ende. Wir steigen nicht ab. Das kann ich Ihnen sagen», gab sich Fink kämpferisch.
Noch besser wäre allerdings, seine Spieler hätten diese Power. «Jetzt geht es nur noch ums Überleben», sagte der österreichische Aufbauer Raphael Holzhauser.

Sein Landsmann, Goalie Heinz Lindner, sagte: «Wir sind am Boden zerstört. Wir hatten uns viel vorgenommen, aber das war einfach zu wenig.» Lindner brach eine Lanze für Fink: «Er macht es gut, er baut uns auf und alle stehen hinter ihm.»

2 René Weiler beim FC Luzern entlassen

Man hat ja gewusst, dass in Luzern nach Misserfolgen rasch Unruhe aufkommt. Dass nun aber Trainer René Weiler nach drei Niederlagen seit der Winterpause bereits fortgeschickt wird, ist doch eine Überraschung. Indes steckt mehr als die pure sportliche Bilanz dahinter. «Es hat sich in den letzten Wochen herauskristallisiert, dass zwischen dem Cheftrainer und der sportlichen Leitung des Vereins unterschiedliche Auffassungen betreffend der Qualität des Teams und der weiteren Entwicklung der Mannschaft bestanden», erklärt Sportchef Remo Meyer. «Gemeinsam mussten wir uns eingestehen, dass der begonnene Weg nur schwierig fortgeführt werden kann – und die Trennung deswegen für den Verein die einzige mögliche Lösung ist.»

Von Beginn an hatte der Beobachter den Eindruck erhalten, Weilers Engagement stünde unter keinem sehr guten Stern. Der neue Trainer habe Mühe, sich nach den Stationen bei Nürnberg und Anderlecht mit den kleineren Brötchen abzufinden, die in Luzern gebacken werden. Vermutlich war er mit der Personalpolitik des Vereins und der unbefriedigenden Arbeit Meyers mehr und mehr unzufrieden gewesen.

Zuletzt hatte die mysteriöse Freistellung des australischen Stürmers Tomi Juric durch Meyer zu reden gegeben. Es wurde darüber spekuliert, ob sie gegen Weilers Wille erfolgt sei. Offenbar ist auch dessen herbe Kritik an den seiner Meinung nach ungenügenden Trainingsbedingungen in Luzern nicht gut angekommen. Die Mannschaft, auf dem siebenten Tabellenrang
liegend, wird vorübergehend von den bisherigen Assistenten Thomas Binggeli und Manuel Klökler betreut.

3 Das unerwartete Comeback von Drmic

Grosser Tag für Josip Drmic. 282 Tage nach seinem letzten Bundesligaspiel gab er am Sonntag beim 1:1 von Borussia Mönchengladbach bei Eintracht Frankfurt ein überraschendes Comeback. Eigentlich hatte der Klub dem Schweizer zu verstehen gegeben, dass er nicht mehr mit ihm plane. Doch nach Raffaels Ausfall wurde er nun doch plötzlich wieder gebraucht, kam nach 67 Minuten auf den Platz und sah, wie Landsmann Denis Zakaria ausglich.

Und fast wäre aus der Überraschung «Drmic» die Sensation geworden. In der Nachspielzeit besass dieser nämlich die grosse Chance auf den 2:1-Siegtreffer. «Es war die perfekte Entscheidung, den linken Fuss zu nehmen. Leider ist der Ball nicht reingegangen», sagte der 26-Jährige.

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