Feuerwerk im Stadion

Wegen Pyroshow der Fans: St. Gallen in der Bredouille

Fans zünden während dem Spiel FC Sion - FC St. Gallen bis zu 200 Petarden

Fans zünden während dem Spiel FC Sion - FC St. Gallen bis zu 200 Petarden

Am Sonntag zündeten Anhänger des FC St. Gallen ein wahres Inferno an Feuerwerkskörpern. Den Zuschauern gefällts - die Klubs fürchten sich vor hohen Bussen.

«Die besten Fans der Schweiz», ist nach dem Spiel von Sion gegen St. Gallen kein Eigenlob der Ostschweizer, sondern ein Kommentar aus dem Forum der Sion-Fans. Obwohl trotz Bilderbuchwetter nur etwa 300 Anhänger den weiten Weg von St. Gallen nach Sion auf sich genommen haben, war die Atmosphäre am Sonntag im Tourbillon ausgezeichnet.

Die Fans vom FC St. Gallen sprachen hinterher von einem Abend, den sie so schnell nicht mehr vergessen werden - im positiven Sinn. Zu der guten Stimmung unter den Fans trugen neben dem Sieg auch unzählige Fackeln bei, die einige Fans während dem ganzen Spiel zündeten. Da waren kaum fünf Minuten, ohne dass es im Auswärtssektor glimmte und rauchte. Rund 200 Feuerwerkskörper sollen ihren Weg in den Auswärtssektor gefunden haben, berichten Anhänger. «Super, sehr wichtig für uns», kommentiert St. Gallen-Spieler Sandro Calabro hinterher das Dauerfeuerwerk gegenüber fcsg.info.

«Wir rechnen mit einer hohen Busse»

«Das Zeug stinkt», kommentiert Spieler Lukas Schenkel das Abbrennen der Petarden hörbar weniger begeistert. Ebenfalls wenig angetan von Fackeln und Petarden ist man bei den Verantwortlichen des FC St. Gallen: «Wir sind nicht erfreut ob der Darbietung der Fans. Wir haben die Vorkommnisse an einer Sitzung besprochen und rechnen mit einer hohen Busse», so St. Gallens Mediensprecher Markus Scherrer. Ob deswegen auch ein Gespräch mit den Fans gesucht wird, steht noch nicht fest.

Der Fussballverband SFV prognostiziert den Vorfällen längere Untersuchungen: «Ich rechne damit, dass in diesem Fall das Verfahren vom Einzelrichter an die Disziplinarkommission weitergeleitet wird», so der Presseverantwortliche Roger Müller.

Der Einzelrichter kann Bussen bis zu 10 000 Franken verhängen. Wirds teurer, muss die Disziplinarkommission übernehmen. Sie dehnt die Untersuchung aus und bezieht eine Vielzahl an Umständen mit ein. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, wie viele Feuerwerkskörper im Stadion gezündet wurden. Für die Strafe massgeblich ist auch, ob die Klubs ihren Pflichten nachgekommen sind, so Müller. Sprich: Wie gut wurden die Anhänger kontrolliert, wurde das Stadion vor dem Spiel durchsucht?

Zumindest an den Eingangspforten hat der Sicherheitsdienst seine Arbeit sehr gründlich erledigt. Fast zwei Stunden dauerte es, bis pünktlich zum Anpfiff auch der letzte Anhänger von Grün-Weiss im Stadion war.

Feuerwerk schon Tage vor dem Spiel versteckt

Die Kontrollen blieben ohne Erfolg. Nicht ohne Grund: Denn einige sollen bereits zwei bis drei Tage vor dem Spiel den Weg nach Sion auf sich genommen haben. So konnten sie die Pyrotechnik unbemerkt im menschenleeren Stadion verstecken.

Sollten sich die Fans in Zukunft gegen derartige Aktionen im Stadion entscheiden, blieben ihnen zumindest in Sion immer noch die Hügel um das Stadion: Selbst dort oben flackerten während dem Spiel vereinzelt Lichter auf. (mik)

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