Die Ausgangslage war perfekt: Der Verein wollte den Spieler unbedingt, der andere Verein war nicht abgeneigt, ihn abzugeben, und der Spieler selber wünschte sich den Transfer ebenfalls. Einfacher geht es kaum im Fussball-Business. Und doch wird Albian Ajeti nicht zum FC Basel und somit zu jenem Verein, für den er elf Jahre lang im Nachwuchs spielte, zurückkehren.

Was die «Schweiz am Wochenende» ankündigte, ist nun Tatsache, wie FCB-Sportchef Marco Streller bestätigt: «Der Gesamtdeal hat für uns und sie nicht gestimmt. Daher wurden die Gespräche freundschaftlich abgebrochen.»

Zuvor wurde über Wochen hinweg nur spekuliert, wann der Wechsel verkündet wird, nicht ob. Zusammen mit Neuzugang Ricky van Wolfswinkel sollte Ajeti den Basler Sturm bilden und die Abgänge Marc Jankos und Seydou Doumbias kompensieren. Gescheitert ist es nun am Geld.

Der FCB war gewillt, 2,8 Millionen Franken zu zahlen – zu wenig für den FC St. Gallen, bei dem Ajeti seit letzten Sommer und einem unglücklichen halben Jahr in Augsburg spielt. Die Ostschweizer wollten mehr, weil 20 Prozent der Transfersumme nach Augsburg geflossen wären und auch Ajeti selber noch einen Teil der Ablösesumme eingestrichen hätte.

Zusammengerechnet wäre für St. Gallen kaum mehr etwas übrig geblieben. Auch die Option, Andraz Sporar für ein Jahr auszuleihen, überzeugte die St. Galler nicht.

Doumbia nach Portugal?

Für den FCB wäre es die perfekte Lösung gewesen: Der Slowene, der sich seit seiner Ankunft beim FCB im Januar 2016 noch nicht hat durchsetzen können, wäre zu mehr Spielpraxis gekommen, und die Basler hätten Ajeti gekriegt – ohne mehr zahlen zu müssen. Doch was passiert nun mit Sporar, da der Ajeti-Deal geplatzt ist? Streller wollte nur so viel sagen: «Wir sind im ständigen Austausch mit Andraz.»

Während seine Zukunft noch nicht geklärt ist, zeichnet sich bei Seydou Doumbia der nächste Schritt ab. Der Ivorer besitzt bei der AS Roma zwar noch einen Vertrag bis 2019, steht jedoch kurz vor einem einjährigen Leihgeschäft zu Sporting Lissabon.

Der FCB hätte den Torschützenkönig der abgelaufenen Super-League-Saison gerne behalten, und auch Doumbia wünschte sich einen Verbleib, «zu den uns bekannten Konditionen war Seydou aber nicht finanzierbar», wie Streller sagt.

Stand jetzt geht der FCB also mit van Wolfswinkel und Sporar in die neue Saison, deren Vorbereitung heute beginnt. Doch traut man diesen beiden zu, die Torjäger Janko und Doumbia alleine zu ersetzen? Streller: «Wir schliessen nichts aus.»