Fussball

Was ist bloss mit dem FCB los: Die Suche nach des Rätsels Lösung

Bild mit Symbolcharakter für die laufende Saison: FCB-Spieler lassen nach Champions-League-Out die Köpfe hängen.

Bild mit Symbolcharakter für die laufende Saison: FCB-Spieler lassen nach Champions-League-Out die Köpfe hängen.

Wo steht der FC Basel nach dem ersten Saisonviertel in der Super League? Die Frage beschäftigt neben Fans und Experten am meisten die Beteiligten selbst. Die Antworten zeigen, dass bei den Direktbeteiligten noch Uneinigkeit herrscht.

Dass die Antwort schwierig zu finden ist und es wohl mehrere gibt, bewiesen die Spieler am Sonntag nach dem 1:1 in Bern. Ihre Kommentare zum – das 6:1 im Cup in Amriswil ausgenommen – sechsten Pflichtspiel in Folge ohne Sieg waren alles andere als deckungsgleich.

Zum Beispiel stellte Goalie Yann Sommer klar, dass «wir momentan nicht gut genug für die Spitze sind». Alex Frei hingegen sah im Remis beim Titelkonkurrenten den «nächsten Schritt nach vorne». Trainer Heiko meinte: «Das erste Viertel ist okay. Aber die hohen Erwartungen, die teils gerecht, teils ungerecht, an uns gestellt werden, haben wir nicht erfüllt.»

Findungsphase nach personellem Umbruch

Im rotblauen Warenkorb liegen 14 Punkte, gesammelt mit drei Siegen, fünf Unentschieden und einer Niederlage in St. Gallen. Diese Bilanz liest sich ordentlich, kann den Schweizer Branchenprimus, der nicht mehr und nicht weniger als den vierten Meistertitel in Folge beansprucht, jedoch nicht zufriedenstellen.

Das Argument, das Team stehe auch zweieinhalb Monate nach dem personellen Umbruch in der Findungsphase, ist legitim. Auch der Verweis darauf, dass der FC Basel ein traditioneller Langsamstarter ist und in den letzten Jahren stets noch die Kurve bekam, darf hier gemacht werden.

Darauf zu vertrauen, dass sich die Probleme im Lauf der Zeit von selber lösen, wäre aber fatal. «Es sind Nuancen, die wir ändern müssen», sagt Vogel. Details will er nicht nach aussen kommunizieren, «das gehört in die Intimsphäre des Teams».

In unseren Augen geben alle drei Mannschaftsteile vor Goalie Sommer Rätsel auf:

Aussenverteidigung

Sowohl auf rechts (Markus Steinhöfer, Philipp Degen) und auf links (Joo Ho Park, Kay Voser) ist Basel, was die Qualität und Erfahrung angeht, top besetzt. Wegen der Verletzungsanfälligkeit der Konkurrenz spielen Steinhöfer und Park praktisch immer. Einerseits ist dies der Wunsch jedes Profis, bringt aber genauso Nachteile mit sich. Park stand in Bern in einigen Aktionen völlig neben sich. Ein Anzeichen dafür, dass das Pensum für den Koreaner zu hoch ist.

Zentrales Mittelfeld

Es ist das Herzstück einer Mannschaft, das Bindeglied zwischen Defensive und Offensive.Und in Basel die grösste Baustelle. Hier hat Vogel die richtige Mischung noch nicht gefunden. In den meisten Spielen vertraute er auf Cabral als Scheibenwischer vor der Abwehr.So weit, so gut. Dessen Nebenmann Marcelo Diaz, ein modern ausgebildeter Sechser, kreativ nach vorne und mit defensivem Gewissen, greift zu oft auf Letzteres zurück. Seine Scheu vor die Offensive führte dazu, dass Basel in Lissabon und in Bern zu ungewohnt wenigen Chancen kam.

Des Rätsels Lösung könnte ein Wechsel des Gefüges mit sich bringen: Vogel liess durchblicken, dass er ein Fan des 3-5-2-Systems ist. Im Test gegen Kaiserslautern und in Amriswil stellte er so auf. Das Mittelfeld würde personell gestärkt, Diaz könnte sich vermehrt und im Wechselspiel mit Fabian Frei der Offensive widmen. Einen Systemwechsel in einer schwierigen Phase zu tätigen, braucht viel Mut; eine solche Massnahme hat schnell einmal den Beigeschmack der Verzweiflung. Es ist wahrscheinlicher, dass Vogel es erst dann versucht, wenn Ruhe und Erfolg eingekehrt sind.

Sturm

Alex Frei übernimmt auffällig oft die Rolle des Spielmachers, was wohl auch in der Zaghaftigkeit der Zentrale gründet. Dabei ist der 33-Jährige mit der Suche nach der Leichtigkeit im Torabschluss genug beschäftigt. Freis zeitenweise Absenz an vorderster Front schwächt wiederum Marco Streller, dem dort eine Anspielstation fehlt.An der Klasse von Frei und Streller gibt es keine Zweifel. Vielmehr stellt sich im Sturm die Frage nach der Alternative, wenn einer der beiden Routiniers eine Pause benötigt. Weder Jacques Zoua noch Kwang-Ryong Pak haben diese bislang restlos überzeugend beantwortet.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1