Bundesliga

Warum die Bundesliga jetzt die beste Liga der Welt ist

Kämpfen um die Vormachtstellung, sowohl in Deutschland als auch in Europa: Bayern München und Borussia Dortmund.

Kämpfen um die Vormachtstellung, sowohl in Deutschland als auch in Europa: Bayern München und Borussia Dortmund.

Eindrücklicher hätte der Beweis dessen, was sich schon seit längerem abzeichnet, kaum sein können. Die Bundesliga ist die neue Macht im europäischen Klubfussball. Mit einem Gesamtscore von 8:1 in den CL-Halbfinals demütigte Deutschland jetzt Spanien.

Die Wachablösung ist erfolgt. Eindeutig. Auch wenn dies in der offiziellen Uefa Fünfjahreswertung noch nicht zum Ausdruck kommt. Die beiden Vorzeigeklubs der offiziell besten Liga der Welt wurden abgewatscht. Die einen, diejenigen aus Madrid, die sich königlich nennen, genauso wie die anderen aus Barcelona, die «més que un club» – mehr als ein Klub – sein wollen. Beide gedemütigt. Schwer geschlagen von den Branchenleadern einer anderen Liga. Der offiziell noch Drittbesten. Der Deutschen.

Wenn nichts mehr schief geht, gibt es damit dieses Jahr erstmals in der Geschichte einen rein deutschen Champions League Final. Erst Spanien (99/00: Real Madrid – Valencia), Italien (02/03: Milan – Juventus) England (07/08: Manchester United – Chelsea) hatten es bisher geschafft, gleich beide Finalisten des bedeutendsten Klubwettbewerbs der Welt zu stellen.

Ein deutsch-deutscher Final wäre ein weiteres Indiz dafür, dass dem europäischen Fussball eine Ära der Bundesliga-Dominanz bevorsteht. Denn sowohl die spanische als auch die englische Liga beherrschten zu Zeiten der innerländischen Finals die ausländische Konkurrenz. – Konkret heisst dies: Sie spielten in internationalen Klubwettbewerben im Durchschnitt klar am erfolgreichsten und zogen, aufgrund der Liga-Attraktivität und des Lohnniveaus, die Topspieler der Welt an.

Die Herrschaftszyklen im Klubfussball

Diese Herrschaft über den europäischen Klubfussball erfolgt in Zyklen. Nach Italien in den 90er-Jahren, Spanien in den frühen 2000er und England danach, scheint nach einer ausgeglichenen Übergangsphase nun die Reihe an Deutschland. Vor allem Borussia Dortmund und Bayern München ist in den kommenden Jahren einiges zuzutrauen. Dortmund hat sich als europäisches Spitzenteam etabliert, hat eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft und einen hervorragenden, begeisterungsfähigen, nimmermüden Trainer, der attraktiven Fussball spielen lässt.

Bayern München hingegen ist sogar zuzutrauen, sich zu der dominieren Mannschaft zu mausern, die Barcelona in den letzten Jahren darstellte. Nicht nur, dass die Bayern mit Pep Guardiola deren Erfolgstrainer anheuerten und sich im Zuge dessen für Topspieler noch attraktiver präsentieren, auch die finanziellen Möglichkeiten sind in München einzigartig. Ohne dafür einen Mäzen zu benötigen oder sich zu verschulden, ist der deutsche FCB einer der reichsten Klubs der Welt.

Financial Fairplay kommt Bundesliga zu Gute

Genau diese, die finanzielle Seite, ist ein weiterer Aspekt, der für eine rosige Zukunft der Bundesliga spricht. Ab der übernächsten Saison führt die Uefa das sogenannte «Financial Fairplay» ein. Dieses soll den Gehaltsexzessen und exorbitanten Ablösesummen im Fussball einen Riegel schieben und damit verhindern, dass sich die Klubs übermässig verschulden. Die Ausgaben dürfen die Einnahmen dabei über 3 Jahre gesehen nicht übersteigen und ein Defizit darf maximal bis 45 Millionen Euro von privaten Investoren gedeckt werden.

Diese Regelung kommt der Bundesliga entgegen, die bereits jetzt vergleichbare Vorschriften besitzt und deshalb finanziell gesund ist. Wenn Vereine wie PSG, Chelsea, ManCity, Real Madrid und Barcelona, die nicht vernünftig wirtschaften nun plötzlich massiv weniger Geld ausgeben dürfen, steigert dies die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga enorm.

Die Wachablösung wird sich wohl spätestens dann auch in der Uefa Fünfjahreswertung niedergeschlagen haben.

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