FC Aarau

Wann trifft Sandro Burki endlich wieder einmal?

Ladehemmung: Im Abschluss sieht man Sandro Burki (l.) eher selten.Boss/Archiv

Ladehemmung: Im Abschluss sieht man Sandro Burki (l.) eher selten.Boss/Archiv

Der FCA-Captain ist seit eineinhalb Jahren ohne Torerfolg. Das bietet Stoff für Kritiker, die bemängeln, dass Burki sein Leistungspotenzial nicht ausschöpft und oft den Weg des geringsten Widerstands geht.

An Sandro Burki scheiden sich die Geister. Die Befürworter halten ihn für unersetzlich. Die Kritiker sagen, dass er sein Leistungspotenzial nicht ausschöpft und oft den Weg des geringsten Widerstands geht. Wie gut ist Burki wirklich? Ist er ein Star? Ein Mitläufer? Eines steht fest: Der 27-jährige Mittelfeldspieler wurde beim FC Aarau während der vergangenen sechs Jahre zu einer Integrationsfigur. Seit 2008 zeichnet er als Captain verantwortlich. Auf dem Spielfeld ist er einerseits Denker und Lenker, anderseits Arbeiter und Dauerläufer. Er spult Kilometer um Kilometer ab, stopft Löcher und spielt den einen oder andern genialen Pass. Burki neigt aber auch zu Aussetzern. Zudem fehlt es ihm an Konstanz.

Die Statistik lügt nicht

Antworten auf die oben stehenden Fragen geben natürlich auch statistische Werte. Zahlen lügen nicht: Burki hat für den FC Aarau bis zum heutigen Tag 197 Meisterschafts- und 14 Cupspiele bestritten. In diesen 211 Partien schoss er 15 Tore. Den letzten Treffer erzielte er am 14. Mai 2011 beim 1:0-Sieg im Heimspiel gegen Winterthur. Seither sind sage und schreibe eineinhalb Jahre vergangen. Es ist offensichtlich, dass Burki in letzter Zeit selten in den Abschluss ging und keine Torgefahr ausstrahlte.

René Weiler

René Weiler im Interview

So war es auch am vergangenen Samstag beim 3:3 in Lugano. Burki kam erstmals in dieser Saison im zentralen, offensiven Mittelfeld zum Einsatz. Er zeigte zwar gute Ansätze, zu Chancen kam er aber nicht. Angesprochen auf seine Schwächen im Spiel nach vorne übt Burki Selbstkritik und sagt: «Ich weiss selbst am besten, dass ich für das Spiel nach vorne mehr tun muss. Es muss sich etwas ändern.» Weil Alain Schultz nach dem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich erst im Aufbautraining ist und Sehar Fejzulahi in einem Formtief steckt, wird Burki im Heimspiel gegen Wil erneut hinter der einzigen Spitze Dante Senger zum Einsatz kommen. Mal schauen, ob er die Ladehemmungen endlich ablegen kann.

FCA ist eine Herzensangelegenheit

Bleibt ein Blick in die Zukunft: Ob Burki den FC Aarau Ende dieser Saison verlassen wird oder nicht, ist offen. «Gespräche über eine Vertragsverlängerung gab es noch keine», sagt Burki. «Für mich hat der FC Aarau ganz klar Priorität. Schliesslich liegt mir der Verein am Herzen.» Die FCA-Verantwortlichen werden mit ihm spätestens im Trainingslager Ende Januar auf Zypern das Gespräch suchen. Dass Burki dank seiner ruhigen, sachlichen und netten Art zum Verein vom Brügglifeld passt, ist offensichtlich. Und dass er seit zweieinhalb Jahren trotz Kreuzbandriss im rechten Knie zu den Teamstützen zählt, ist ein Beweis für seine Klasse. Einen FC Aarau ohne Sandro Burki kann man sich eigentlich nicht vorstellen. Oder etwa doch?

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