Champions League

Vor Duell gegen Rasgrad: Der FCB zwischen Normalität und Gänsehaut-Feeling

Urs Fischer (links) und Davide Callà an der Pressekonfernz vor dem ersten Champions-League-Spiel gegen Ludogorets Rasgrad.

Urs Fischer (links) und Davide Callà an der Pressekonfernz vor dem ersten Champions-League-Spiel gegen Ludogorets Rasgrad.

Heute Dienstag um 20.45 Uhr bestreitet der FC Basel gegen Ludogorets Rasgrad sein erstes Gruppenspiel in der diesjährigen Champions League. Noch gehen die Meinungen im Basler Lager auseinander. Für den Einen ist es ein normales Spiel, Andere hingegen haben jetzt schon fast Gänsehaut.

Egal wie oft er gefragt wird, seine Meinung will Urs Fischer nicht ändern. Das morgige Spiel des FC Basel gegen Ludogorets Rasgrad sei eines wie jedes andere auch. Es fühle sich «nicht viel anders an», so der FCB-Cheftrainer. «Die Pressekonferenz und das Drumherum sind vielleicht etwas anders, aber die Arbeit ist genau die gleiche wie vor jedem Super-League-Spiel auch.»

Ganz glauben mag man es ihm nicht, ist es für ihn mit 50 Jahren doch das allererste Spiel auf der grösstmöglichen europäischen Fussballbühne. «Ich habe mich aber auf das Spiel gegen GC genauso gefreut wie auf das erste Spiel gegen Ludogorets.»

Die Wichtigkeit spricht er dem Spiel aber nicht ab. «Alle drei Gegner sind schwer. Umso wichtiger ist ein positiver Start in diesem Heimspiel. Auch, um Selbstvertrauen für die restlichen fünf Spiele zu sammeln. Aber das mache ich nicht abhängig von Ludogorets.»

Dennoch ist klar: In den Spielen gegen die Bulgaren muss der FCB seine Punkte sammeln. «Wenn wir europäischen überwintern wollen – was wir wollen – dann müssen wir morgen gewinnen», sagt denn auch Davide Callà. «Und wenn uns das nicht gelingt, dann müssen wir das eben gegen PSG oder Arsenal schaffen», sagt er und lacht. Denn auch er weiss, dass die Partien gegen die Franzosen und die Engländer noch härter werden. 

Positive Bilanz im Direktvergleich 

Aber auch gegen Rasgrad wisse man, was auf einen zukommt, sagt Callà und spricht damit die letzten Duelle an. Bereits vier Mal sind die morgigen Gegner aufeinander getroffen – drei Mal mit dem besseren Ende für den FCB (4:0, 0:1, 2:0 und 4:2). Aber: «Sie spielen einen sehr physischen und einen sehr aggressiven Fussball und schalten schnell um.» So werde es, auch wenn Rasgrad auf dem Papier der leichteste der drei Gegner sei, ein unheimlich schwieriges Spiel. 

Um in diesem trotzdem die Oberhand zu behalten und die drei Punkte zu gewinnen, kündigt Fischer taktische Anpassungen an. «Im Vergleich zur Meisterschaft haben wir in der Champions League nur sechs Spiele, um unser Ziel zu erreichen. Da ist es normal, dass man gewisse Dinge ändern muss.» Was dies genau ist, wollte er nicht preisgeben. 

Würde seine Mannschaft gegen Ludogorets über 90 Minuten so spielen wie in den ersten 45 Minuten gegen GC, «dann wäre das fantastisch und nahe an dem, was ich von der Mannschaft will.» Im Gegensatz zum GC-Spiel dürfe man aber kein so einfaches Tor kassieren: «In der Champions League musst du das besser machen.» 

Dass dem FCB das gelingt, dessen ist sich Callà sicher: «Ich bin mir sicher, dass wir dem Druck standhalten werden können.»

Kribbeln auf dem Sofa 

Gelingt dies den Baslern wirklich, gibt vielleicht auch Fischer zu, wie einzigartig ein Spiel in der Champions League ist. Vor allem für jemanden, der es noch nie erlebt hat. Aber auch für einen, der sich diesen Traum schon erfüllen durfte, wie Davide Callà. «Ich kriege sogar auf dem Sofa Gänsehaut.»

Es sei einfach das Grösste, was man im europäischen Fussball erleben könne. «Und spätestens, wenn du da stehst und die Hymne ertönt, bekommt auch der letzte Gänsehaut – auch der Trainer!», sagt Callà und lacht. Und schafft es, dass Fischer ihm zumindest nicht widersprechen kann. 

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