Fazit
Von Löwen und Leistungsdaten - FCB beendet Trainingslager

FCB-Cheftrainer Urs Fischer hat Bilanz gezogen nach einem einwöchigen Trainingslager. Er ist positiv gestimmt für die neue Saison, weiss aber, dass noch viel Arbeit ansteht. Heute steht zuerst noch der Test gegen die Löwen von 1860 München an.

Céline Feller, Rottach-Egern
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FC Basel im Trainingslager
7 Bilder
Taulant Xhaka beim Cornertraining
Konditionstrainer Marco Walker lässt beim Cornertraining seine alte Kopfballstärke aufblitzen
Das Training ist zu Ende, Gaston Sauro ist nicht unglücklich darüber
Armer Mohamed Elneny - wegen des Ramadans trinkt der Ägypter nichts
Trinken, trinken, trinken - auch Walter Samuel hängt gierig an der Flasche
Horst, der Page im Teamhotel des FC Basel, lässt wenn immer möglich kein Training seiner Lieblinge aus

FC Basel im Trainingslager

Brütsch

Man könnte meinen, Marc Janko und Zdravko Kuzmanovic kennen sich schon lange. Als sie heute Freitagmorgen ins Training kommen, machen sie Spässe und lachen wie alte Kollegen. Zusammen mit Germano Vailati und Gastón Sauro mussten die Neuzugänge eine halbe Stunde früher ins Training kommen, weil sie im Spiel von heute Abend gegen 1860 München nicht aufgeboten sein werden und deshalb voll trainieren mussten. Auch Philipp Degen, der eine kleine Blessur am Oberschenkel hat, und der rekonvaleszente Ivan Ivanov stehen nicht im Aufgebot.

Janko und Kuzmanovic, sie verstehen sich. Beim Fussballtennis bilden sie ein Zweierteam, mit dem sie Vailati und Sauro schlagen wollen. Und auch wenn die vier getrennt vom Rest der Mannschaft trainieren, haben sich die beiden Neuzugänge, die erst diese Woche zum FC Basel gestossen sind, schon bestens integriert. Dieser Meinung ist auch Cheftrainer Urs Fischer: «Es ist sehr wichtig, dass beide gleich Teil der Mannschaft sein wollen.» Es sei aber auch schwer, in dieses Team nicht schnell rein zu kommen, so Fischer.

Der Coach zeigt sich aber - nicht nur, was die Integration von neuen Spielern angeht - begeistert von seiner Mannschaft. Seit zwei Wochen trainiert er nun den FCB, konnte den Verein und die Spieler besser kennenlernen. Das Trainingslager hat ihm in diesem Punkt sehr geholfen. «Das Fazit dieser Woche ist sehr gut», sagt er denn auch.

Fischer und sein Staff rund um Marco Walker, Markus Hoffmann und Massimo Colomba hatten in diesem ersten von zwei Trainingslagern (nächste Woche geht es nach Crans Montana) vor allem ein Ziel: Das Team körperlich und konditionell fit zu machen. «Es war sehr intensiv für die Spieler. Das Augenmerk lag auf der körperlichen Fitness.» Schliesslich hätten sie jetzt nur noch zwei Wochen bis zum Meisterschaftsstart, um «das Team einigermassen bereit zu machen.»

Dass noch nicht ganz alles klappen wird, wenn am 19. Juli die Saison mit dem Spiel gegen den FC Vaduz beginnt, dessen ist sich Fischer bewusst. «Wir haben den Rhythmus hier hochgehalten, aber es wird auch nach den beiden Tespielen von nächster Woche noch das eine oder andere Spiel brauchen.» Das hat natürlich mit den Neuzugängen und mit den Nationalspielern zu tun, die erst im Trainingslager zum Team zurückgekehrt sind. Aber auch damit, dass Fischer selber erst so kurz Zeit hatte, seine Mannschaft kennenzulernen. «Nicht nur wir mussten die Mannschaft, auch die Mannschaft musste den Staff kennenlernen.» Das Echo sei jedoch von beiden Seiten sehr positiv. Positiv sei er auch gestimmt, dass bald ein Captain auserkoren werden kann: «Wir sind auf gutem Weg.»

Match im Hintergrund

Eine der Methoden, die Urs Fischer nutzen wird, um seine Spieler besser kennenzulernen, ist die Datenanalyse. «Wir sehen die Datenanalyse nicht als Überwachung der Spieler, sondern als Hilfe für sie und für uns.» Die Messungen, die Leistungsdiagnostiker Michael Müller auswertet, sollem unter anderem verhindern, dass Spieler über eine lange Zeit ihr Limit überschreiten. «Wenn das passiert, braucht der Körper enorm lange für die Regeneration.» Ausserdem sollen auch Verletzungen vorgebeugt werden können.

Diese sollen auch beim Spiel heute Abend (18.00 Uhr) verhindert werden. Fischer hat angekündigt, viel zu wechseln. Deshalb hat er sich für die beiden Halbzeiten verschiedene Formationen zurechtgelegt. Vier Spieler werden 60 Minuten spielen, vier weitere 30 und die restlichen Spieler jeweils eine Halbzeit. Das Ziel sei es, das Spiel positiv zu gestalten, aber man habe nicht gezielt auf den Match hingearbeitet. «Wir haben uns diese Woche auf die Saison vorbereitet, nicht auf die Testspiele, die kommen.»

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