Super League
Von Gummischrot im Gesicht getroffen: FCB-Fan klagt gegen die Polizei

Ein FCB-Fan hat Anzeige erstattet: Nach eigenen Angaben ist er im Gesicht von Gummischrot der Polizei getroffen worden – oben auf der Tribüne: «Wegen nur zwei Personen. Das ist doch unverhältnismässig», ärgert sich der FCB-Anhänger.

Daria Wild / Watson
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Chaos auf dem Platz: FCB-Fans zünden Feuerwerk.

Chaos auf dem Platz: FCB-Fans zünden Feuerwerk.

Keystone

Nach den Krawallen auf dem Brügglifeld zieht die Kantonspolizei Aargau eine positive Bilanz. Ruhe und Ordnung seien gewährleistet worden und Polizisten keine verletzt, schreibt die Kapo in einer Mitteilung. Die Situation sei entschärft worden - auch mittels Einsatz von Gummischrot.

Von diesem Gummischrot hat ein FCB-Fan nach eigenen Angaben Verletzungen davongetragen: «Als ich nach dem Spiel mit meinem Bruder im Heimsektor der Aarauer stand, wurde ich von Gummigeschossen an der Nase getroffen», erzählt R. H.*. Jetzt reicht er bei der Kantonspolizei Aargau eine Beschwerde ein und erstattet Anzeige.

«Das ist unverhältnismässig»

«Eigentlich hatte ich Glück. Hätte mich das Projektil zwei Zentimeter weiter oben am Auge getroffen - ich möchte nicht wissen, was dann passiert wäre», sagt der 29-Jährige. Er schildert das Geschehen: «Wir wollten nicht aufs Feld stürmen. Also blieben wir auf der Tribüne», so H.

Dort, im oberen Drittel der Tribüne, sei es für ihn plötzlich unerwartet brenzlig geworden: Als sich zwei Fans am Feldrand in die Haare geraten seien, hätte die Polizei Gummigeschosse abgefeuert. «Wegen nur zwei Personen. Das ist doch unverhältnismässig», ärgert sich H. Die beiden Fans seien sogar noch durch den rund ein Meter hohen Zaun getrennt gewesen.

Aaraus Verteidiger Igor Nganga hat den Fuss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort - und markiert das 1:0.
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Die Aarauer feiern die Führung.
Die Aarauer jubeln über den 1:0-Führungstreffer.
Die Aarauer jubeln über den 1:0-Führungstreffer.
Aarau-Goalie Unnerstall leistet sich einen Schnitzer - Basels Mittelfeldspieler Valentin Stockerund Matias Emilio Delgado feiern den Ausgleich zum 1:1 .
Der FC Basel greift in Aarau nach dem Meistertitel
Valentin Stocker und Torschütze Geoffroy Serey Die jubeln über den 1:1-Ausgleich.
Die Basler jubeln über den Ausgleich: links Matias Emilio Delgado, rechts Torschütze Geoffroy Serey Die.
Basels Marco Streller feiert den 1:1-Ausgleich.
Der FC Basel greift in Aarau nach dem Meistertitel
Basels Mittelfeldspieler Matias Emilio Delgado gelang das wichtige 2:1 für seine Mannschaft.
Die Basler Fans zünden Pyros und Rauchpetarden.
Kampf um den Ball: Basels Marco Streller und Aaraus Sandro Burki.
Matias Emilio Delgado vom FCB setzt sich gegen Aaraus Sandro Burki durch.
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Aaraus Sandro Burki am Ball, Basels Valentin Stocker stört ihn.
Kaum fällt ein Tor, brennt die Basler Kurve.

Aaraus Verteidiger Igor Nganga hat den Fuss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort - und markiert das 1:0.

Keystone

«Taktische Details geben wir nicht bekannt»

Das Schrot habe auch die lose Gruppe «normaler Fans», so H., hinter den beiden Prüglern getroffen. «Wir haben keine Vorwarnung gehört», sagt der FCB-Fan. Das wäre eigentlich Vorschrift. Wie auch das Einhalten des Mindestabstands von 20 Metern. «Die Distanz zu uns war etwa 25 Meter. Diejenige zu den beiden prügelnden Fans aber bestimmt nicht genug gross», sagt H.

Dazu, sowie zu den Richtlinien bei Gummischrot-Einsätzen nimmt die Kantonspolizei Aargau keine Stellung. Auf Anfrage sagt Mediensprecher Bernhard Graser: «Taktische Details geben wir nicht bekannt.»

Die "Schlacht von Aarau" (Mai 2014) Chaos auf dem Platz: FCB-Fans zünden Feuerwerk.
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Vermummte FCB-«Fans» gehen nach Spielschluss auf Aarau-Zuschauer los.
FC-Securitys versuchen randalierende Fans zurückzudrängen. Erfolglos.
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FCB-Fans stürmen den Rasen.
Anarchie im Brügglifeld.
FCB-Spieler werden von Fans bedrängt. Obs ihnen allen wohl ist?
Pyro-Spektakel bei den Basler-Fans.
Ein heilloses Durcheinander.
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Kleinkrieg unter «Fans».
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Die Polizei drängt die Basel-Fans zurück mit Gummischrot zurück.
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Die "Schlacht von Aarau" (Mai 2014) Chaos auf dem Platz: FCB-Fans zünden Feuerwerk.

Keystone

Gummischrot in der Kritik

Der Einsatz von Gummigeschossen stand in den letzten Jahren immer wieder in der Kritik - besonders wieder seit vergangenem September, als eine junge Frau an der Tanz-dich-frei-Demonstration in Winterthur von einem Gummiprojektil am Auge getroffen wurde.

Mehrere Politiker wiesen anschliessend darauf hin, dass ein verhältnismässiger Einsatz von Gummischrot in Extremsituationen schwer bis gar nicht möglich sei. Die Jungen Grünen forderten ein Verbot.

Der Zürcher Regierungsrat entgegnete, die Polizei sei auf Gummischrot angewiesen. Dieses erlaube einen Einsatz ohne direkte körperliche Konfrontation und verhindere so eine weitere Eskalation.

*Name der Redaktion bekannt

Dieser Artikel erschien zuerst auf watson.ch