WM 2018
Von Genügend bis Note 6: So haben die Schweizer Nati-Spieler im Spiel gegen Brasilien abgeschnitten

Die Schweizer Nati holt im WM-Auftaktspiel gegen den Favoriten Brasilien einen Punkt. Nicht zuletzt auch dank der starken Leistung von Yann Sommer. Auch Vladimir Petkovic hat eine gute Note verdient indem er sein Team richtig eingestellt hat. Hier finden Sie die Einzelkritiken im Detail.

Etienne Wuillemin
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Steven Zuber sorgt mit seinem Ausgleich gegen den fünffachen Weltmeister Brasilien für den ersten Schweizer Jubel-Moment an der WM.

Steven Zuber sorgt mit seinem Ausgleich gegen den fünffachen Weltmeister Brasilien für den ersten Schweizer Jubel-Moment an der WM.

KEYSTONE/AP/FELIPE DANA
Yann Sommer: Note 6 Das Schweizer Glück liegt in seinen Händen. Das ahnt man vor dem Spiel. Und genau so ist es. Als der Druck von Brasilien immer heftiger wird, bleibt er souverän, strahlt die gewohnte Ruhe aus. Chancenlos ist er nur einmal, beim Tor von Coutinho. Doch diesen Ball hält kein Torhüter der Welt.
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Stephan Lichtsteiner: Note 4,5 Der Captain läuft und läuft. Bis ihn Krämpfe plagen. Wird manchmal vom «Schnellzug» Neymar überfahren, aber es gelingt ihm trotzdem, den Einfluss des Superstars in engen Grenzen zu halten. Hat nach 70 Minuten Glück, als er sich gegen Coutinho verschätzt, dieser aber daneben schiesst.
Fabian Schär: Note 5,5 Sein Bein ist es, das in der 95. Minute kurz vor der Torlinie rettet. Hat meist alles im Griff. Auch das Bemühen um eine gepflegte Spielauslösung ist da. Darf dazu auf etwas Fortune verweisen, als der Ball ganz früh im Spiel zwischen seinen Beinen flippert. Fazit: Stabil wie meist im Nationalteam.
Manuel Akanji: Note 5,5 Ziemlich cool, wie der 22-Jährige die Brasilianer zur Verzweiflung bringt. Sein Stellungsspiel ist herausragend. Er ist immer einen Hauch früher am Ball als die Gegner. Nie nervös, immer abgeklärt. Und im entscheidenden Moment auch clever, als er in letzter Sekunde einen Penalty vermeidet. Hut ab!
Ricardo Rodriguez: Note 5 An seine Souveränität haben wir uns längst gewöhnt. Die Tatsache, dass Brasilien über die rechte Angriffsseite nicht ein einziges Mal gefährlich wird, ist ein grosses Kompliment für ihn. Wenn es etwas zu mäkeln gibt: Sein Einfluss nach vorne war schon grösser, seine Flanken schon besser.
Valon Behrami: Note 5,5 Ach, was werden wir ihn vermissen, wenn er einmal nicht mehr im Nati-Shirt spielt. Herausragend seine Zweikämpfe und Balleroberungen. Lässt Superstar Neymar wieder und wieder verzweifeln. Tut sich bei einem Tackling weh am Knie. Humpelt danach noch einige Minuten weiter. Dann geht’s nicht mehr.
Granit Xhaka: Note 4,5 Der Schweizer Chef ist verhältnismässig unauffällig. Der eine oder andere Pass ist zu ungenau. Doch Xhaka überzeugt mit seiner Präsenz. Auch dank ihm vermag Brasilien im Mittelfeld selten ein Übergewicht herzustellen. Hat Glück, dass er ganz früh im Spiel ohne Verwarnung davonkommt.
Xherdan Shaqiri: Note 5 Liebt die grosse Bühne. Ein Spiel gegen Brasilien ist also prädestiniert für ihn. Zumindest in der Selbstwahrnehmung. Eine Halbzeit lang diskret, fast unsichtbar. Dann kommt die 50. Minute – und Shaqiri schlägt den herausragenden Eckball, der zum 1:1 führt. Später auch defensiv verbessert.
Blerim Dzemaili: Note 4,5 Die Diskussionen um seinen Wert sind ein Evergreen. Mal ist er behäbig, mal schiesst er doch wieder aus dem Nichts ein Tor. Gegen Brasilien kämpferisch hervorragend, aber spielerisch limitiert. Hat einige Abschlussversuche, doch am Ende sind alle ziemlich harmlos. Hatte schon schlechtere Auftritte.
Steven Zuber: Note 4,5 So etwas wie der Mann des Spiels. Natürlich, sein Tor gibt ihm viele Pluspunkte. Clever, wie er sich seines Gegenspielers mit leichtem Stossen entledigt. Doch ansonsten ist er kaum sichtbar. Und zuvor ist es auch Zuber, der mit einer ungenügenden Abwehr am Ursprung des 0:1 Brasiliens steht.
Haris Seferovic: Note 4 Sein Tor gegen Ecuador in der Nachspielzeit an der WM 2014 ist unvergessen. Gegen Brasilien ist er zu diesem Zeitpunkt schon ausgewechselt. Das liegt nicht an seinem Engagement, das ist wie immer vorbildlich. Aber er kommt eben auch nie in die Nähe von Torgefahr.
Denis Zakaria: Note 4,5 In der 70. Minute für Behrami eingewechselt. Hilft danach mit, das Unentschieden über die Zeit zu retten. Sein Foul in der Nachspielzeit an Neymar bleibt unbestraft.
Breel Embolo: keine Note In der 80. Minute für Haris Seferovic eingewechselt. Kann sich nicht mehr gross in Szene setzen. Zu kurz für eine Bewertung.
Michael Lang: keine Note In der 87. Minute für Captain Lichtsteiner eingewechselt. Noch zwei, drei Mal gefordert. Besteht die Prüfungen souverän. Zu kurz für eine Bewertung.
Vladimir Petkovic: Note 5,5 Seine Wahl der Startelf überzeugt. Die ist zwar ohne jede Überraschung. Doch das muss nichts Schlechtes bedeuten. In der Pause gelingen ihm einige kleine Justierungen. Beeindruckend, wie er es geschafft hat, dass die Schweiz auch gegen grosse Gegner ohne Komplexe auftritt.

Yann Sommer: Note 6 Das Schweizer Glück liegt in seinen Händen. Das ahnt man vor dem Spiel. Und genau so ist es. Als der Druck von Brasilien immer heftiger wird, bleibt er souverän, strahlt die gewohnte Ruhe aus. Chancenlos ist er nur einmal, beim Tor von Coutinho. Doch diesen Ball hält kein Torhüter der Welt.

SHAWN THEW

Und so feiert die Schweiz den Punktgewinn gegen Brasilien:

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