Fussball
Vladimir Petkovic will keinen neuerlichen Fehlstart

Die Schweizer Nati bereitet sich auf das erste WM-Qualifikationsspiel in einer Woche gegen Europameister Portugal vor.

Markus Brütsch, Feusisberg
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Vladimir Petkovic: «Ich hoffe, dass wir nicht im selben Stil wie 2014 beginnen.»

Vladimir Petkovic: «Ich hoffe, dass wir nicht im selben Stil wie 2014 beginnen.»

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Mit der Qualifikation für die EM 2016 hatte Vladimir Petkovic unbeachtet ein kleines Kunststück vollbracht. Zwölf Mal ist die Schweizer Nationalmannschaft seit 1990 in eine WM- oder EM-Kampagne gestartet und hat dabei fünf Niederlagen erlitten. Doch anders als vor ihm Rolf Fringer 1996 in Aserbaidschan, Gilbert Gress 1998 in Italien, Enzo Trossero 2000 gegen Russland und Ottmar Hitzfeld 2010 gegen England hat Petkovic trotz einer Startniederlage vor zwei Jahren gegen England seine Mannschaft noch an die EM geführt. Das kleine Kunststück wird sogar gross, wenn man berücksichtigt, dass auch das zweite Spiel in Slowenien verloren gegangen war.

Gleichwohl zeigt die Statistik, dass ein Auftakterfolg von grosser Bedeutung ist. Nur einmal, 1990, hat ein Startsieg (2:0 gegen Bulgarien) nicht zu einer späteren Qualifikation geführt. «Ich hoffe, dass wir nicht im selben Stil wie 2014 beginnen, sagt Vladimir Petkovic, im Wissen, dass die WM-Kampagne härter ist, weil sich nur der Gruppenerste direkt für das Turnier in Russland qualifiziert. Der Schweizer Nationalcoach ist nichtsdestotrotz zuversichtlich, weil er denkt, dass sich die Mannschaft heute «in einem anderen Zustand» befindet als vor zwei Jahren. «Sie ist auf jeden Fall selbstbewusster», sagt Petkovic.

Mehr Tore mit 100 Prozent Wille

Petkovic ist gut drauf an diesem Montagnachmittag, braun gebrannt und gut erholt auch von der EM, die für die Schweiz mit dem verlorenen Penaltyschiessen gegen Polen derb enttäuschend geendet hatte. «Als ich die EM zu Hause am Fernsehen weiterverfolgte und spürte, was für uns drin gelegen wäre, tat dies schon weh», sagt Petkovic. «Doch dies soll nun Ansporn sein, das nächste Mal mehr zu erreichen.»

Weil der Coach aber mit dem Auftritt in Frankreich im Gesamten sehr zufrieden war und deshalb keine Not sah für grosse Veränderungen, orientierte er sich beim Aufgebot für das Spiel gegen Europameister Portugal in einer Woche am EM-Kader. 20 der 23 Frankreich-Reisenden bereiten sich nun in Feusisberg auf den Beginn der Ausscheidungsspiele für die WM 2018 vor. Eren Derdiyok allerdings stösst wegen einer Magen-Darm-Grippe voraussichtlich erst heute Abend zum Team. Für Steve von Bergen (Rücktritt), Xherdan Shaqiri (verletzt) und Denis Zakaria (U21-Nati) sind die für die EM verletzt ausgefallenen Renato Steffen und Timm Klose wieder dabei sowie Luca Zuffi, der den Cut nicht geschafft hatte.

Verzicht auf Testspiel

Im Gegensatz zu Portugal, das am Donnerstag in Porto gegen Gibraltar spielt, hat Petkovic auf ein Testspiel verzichtet und zieht es vor, konzentriert zu trainieren. Er wünscht sich, dass die Mannschaft weiter zusammenwächst und der Teamgeist gefestigt wird. Dass in den nächsten Tagen noch der eine oder andere seiner Spieler einen Transfer tätigen könnte, beschäftigt ihn nicht. «Viel wird in den nächsten 48 Stunden nicht passieren», glaubt Petkovic.

Dass Portugal ohne den rekonvaleszenten Superstar Cristiano Ronaldo anreist, quittiert Petkovic nüchtern. «Nachdem er im EM-Final verletzt ausgeschieden war, spielte Portugal überzeugender», sagt Petkovic. «Aber wir schauen vor allem auf uns und suchen nach Lösungen, wie wir die Portugiesen schlagen können.» Eine davon hat er schon gefunden: «Wir müssen mehr Tore schiessen. Mit 100 Prozent Wille auch die einfachen Bälle ins Netz jagen.»