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«Vielleicht waren beim 2:2 einige schon mit den Gedanken in der Garderobe»

Während der frühere Basler Verteidiger Beg Ferati nach dem 2:2 seine vormalige Wirkungsstätte zufrieden verliess,ärgerten sich die Basler über den entgangenen Sieg.

markus brütsch
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Frust und Freude lagen bei den Baslern nahe beisamen: Die Torschüter Mohamed Salah und Valentin Stocker.

Frust und Freude lagen bei den Baslern nahe beisamen: Die Torschüter Mohamed Salah und Valentin Stocker.

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Natürlich, wer zu Hause 2:1 führt gegen einen Gegner, der seit 1997 in Basel nicht mehr gewonnen hat und sich am Ende dann mit einem 2:2 begnügen muss, der kann nicht zufrieden sein. «Wir hatten doch alles im Griff», sagte Aussenverteidiger Kay Voser, «so ist es schon sehr enttäuschend, dass wir uns nun mit einem Unentschieden begnügen müssen.»

In Sicherheit gewähnt

Alles im Griff? Auch Valentin Stocker bemühte diesen Ausdruck. «Ja, wir sahen, dass in der zweiten Halbzeit von Sion nicht mehr viel kam und wähnten uns wohl in Sicherheit», sagte der an diesem Abend beste Basler. «Bei meinem Tor habe ich alles, was ich hatte, in den Schuss gelegt und es hat optimal gepasst.» Zwar sei die Niederlage von GC schon ein kleiner Trost, sagte Stocker, «aber es ist trotzdem schade, dass wir nicht gewonnen haben, denn wir hätten doch den Sieg verdient gehabt.» Allerdings räumte der Flügel ein, im Abschluss zu wenig konsequent gewesen zu sein. Und: «Vielleicht waren beim 2:2 einige schon mit den Gedanken in der Garderobe. Ich dachte, dass Sauro den Ball habe; aber ich glaube, er wurde in den Rücken gestossen, und so kam der Ball zum Torschützen.» Im Hinblick auf den Champions-League-Hit gegen Schalke sei dieses 2:2 aber nicht von Bedeutung. «Wir haben einen Lauf», sagte Stocker, «und wir sind bereit für Schalke.»

Dies dürfte auch Trainer Murat Yakin so sehen. «In den ersten drei und in den letzten drei Minuten haben wir nicht gut ausgesehen, in den 85 Minuten dazwischen aber schon», sagte der Basler Trainer. «Wir haben uns Chance um Chance herausgespielt, hätten 3:1 oder 4:1 führen können, doch die Tore leider nicht gemacht. Deshalb haben wir heute ganz klar zwei Punkte verloren.»

Ferati: «Eine gute Sache»

Zufriedenheit strahlte im Gegensatz zu seinen früheren Mannschaftskollegen Beg Ferati aus. Der Innenverteidiger sagte: «Aus Basel einen Punkt mitzunehmen, ist eine gute Sache. Schade, haben wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr so gut wie in der ersten gespielt. Wir haben unerklärlicherweise den Faden verloren.» Ferati, der am Mittwoch gegen Lausanne noch verletzt gefehlt hatte, war rechtzeitig fit geworden und bildete zusammen mit dem jungen Léo Lacroix das Sittener Abwehrzentrum. «Am Schluss war der Punktgewinn natürlich etwas glücklich», sagte Ferati, «die Basler waren nach der Pause deutlich stärker.» Jetzt gelte es, in diesem Stil weiterzumachen und am nächsten Samstag gegen YB im Tourbillon drei Punkte zu holen.

Michel Decastel sagte, er freue sich vor allem für seine Spieler. Er erinnerte aber auch daran, dass unmittelbar vor dem 1:1 der Basler sein Stürmer Dario Vidosic das 2:0 auf dem Fuss gehabt habe. Mal schauen, ob dieses Unentschieden dem Sittener Trainer hilft, noch etwas länger im Amt zu bleiben.

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