Der Fussball und sein Video-Schiedsrichter – es ist eine schier endlose Diskussion, die auch in der Schweiz jede Woche und nach jeder Fehlentscheidung von neuem geführt wird. Nun wird klar: Auch in der Super League soll der Video-Schiedsrichter eingeführt werden.

Aller Voraussicht nach bereits ab Sommer 2019. So möchte das die Swiss Football League. Jetzt müssen nur noch die Klubs zustimmen. Die grosse Frage wird sein, ob sie bereit sind, die Kosten für den Videobeweis zu tragen. Es wäre ein fatales Zeichen, wenn sie es nicht wären.

Fussball-WM: So funktioniert der Videobeweis

So funktioniert der Videobeweis

  

Wer sich im Fussball eine Null-Fehler-Kultur erhofft, ist ein Träumer. Fehler werden nie ganz verschwinden. Weder von Spielern noch von Schiedsrichtern. Wer Fehler aber dank technischer Hilfe reduzieren kann, muss dies tun. Auch, weil das Fussball-Business von immer horrenderen Geld-Summen durchtränkt ist.

Wie es geht, hat die WM gezeigt. In Russland wurde der Video-Schiedsrichter sehr zurückhaltend eingesetzt. Es war der Beweis dafür, dass der Schiedsrichter weiterhin der Chef auf dem Platz bleibt. Nur wenn ein Irrtum eindeutig war, wurde er korrigiert. Nie in der Geschichte gab es an einer Endrunde weniger Fehlentscheide. Wie es nicht geht, zeigt indes die deutsche Bundesliga.

Bereits am ersten Spieltag am letzten Wochenende haben die Video-Schiedsrichter mit ihren Auftritten erneut für viel Kopfschütteln gesorgt. Das darf in der Schweiz nicht passieren. Darum braucht es eine intensive und seriöse Vorbereitung. Bei aller Vorfreude auf weniger Fehlentscheide bleibt ein Fragezeichen trotzdem: Gibt es in der Schweiz genügend gut ausgebildete Spitzen-Schiedsrichter?