Warm hallte der Applaus durch die Kirche, als Gilles Yapi das Gotteshaus an Krücken betrat. Der 32-jährige, streng gläubige Ivorer nahm sich die Zeit, um den rund 50 Anwesenden aus seinem Leben als Fussballer und über sein Leben an der Seite Gottes zu erzählen. Geleitet wurde die ungezwungene Talkrunde von Christina Horber, Jugendarbeiterin der reformierten Kirche Brittnau. Unterstützt wurde sie dabei von Eva Maurer, die als Dolmetscherin amtete.

Weshalb sich Gilles Yapi ausgerechnet in das runde Leder verliebte, konnte er nicht genau erklären. In seinem Heimatland der Elfenbeinküste sei der Fussball allgegenwärtig und man werde fast hineingeboren. Schon früh wurde sein Talent entdeckt. Seinen ersten Vertrag unterschrieb er bei ASEC Abidjan, bevor es ihn nach Europa zog. Via Belgien und Frankreich kam er vor neun Jahren in die Schweiz, wo er für die Young Boys, den FC Basel und nun für den FC Zürich spielt. Er und seine Familie seien sehr dankbar, in der Schweiz leben zu dürfen, auch wenn sie die zurückgebliebenen Familienmitglieder und das afrikanische Essen manchmal vermissen würden.

Zum Glauben gefunden

«Als Kind ging Yapi regelmässig mit seinen Eltern in die Kirche. Er meinte, dass das bedeute an Gott zu glauben. Doch sein Leben sei stets in den gleichen Bahnen verlaufen, ob er nun zur Kirche ging oder nicht. Erst in einer sehr schwierigen Phase seines Lebens, die durch Depressionen und Persönlichkeitsprobleme geprägt war, und als er seine heutige Frau kennenlernte, habe er sein Leben «komplett in die Hände Gottes gegeben» und realisiert, was es heisse zu glauben.

Vor gut einer Woche hat sich Gilles Yapi nach einem brutalen Foul von Sandro Wieser schwer am Knie verletzt. Er habe sofort gemerkt, dass er für sehr lange Zeit nicht mehr Fussball spielen könne. Doch sein Glaube an Gott helfe ihm, auch diese Situation zu meistern. «Als Kind Gottes muss man vergeben können», sagt er und das habe er gemacht. Die Zuhörer quittierten die Worte Yapis mit spontanem Beifall.

Zum Schluss wandte sich Yapi persönlich an die Jugendlichen. «Sucht zuerst den Willen Gottes und seine Gerechtigkeit und alles andere wird euch zufallen. Meinem Bein geht es nicht gut, mir aber sehr.»