Dass Behrami den Hamburger SV und die deutsche Bundesliga nach nur einen Saison wieder verlassen würde, war spätestens seit dem letzten Mittwoch klar, als der Schweizer Internationale das Trainingslager des HSV in Laax verliess. Wie deutsche Medien berichteten, soll die Ablösesumme rund zwei Millionen Euro betragen. Diese Einnahmen will der HSV für die Verpflichtung von Mittelfeldspieler Albin Ekdal verwenden. Der 25-jährige Schwede von Serie A-Absteiger Cagliari Calcio soll rund vier Millionen Euro kosten.

Die abgelaufene Saison in Hamburg war für Behrami von Frust geprägt. Die Mannschaft spielte von Beginn weg gegen den Abstieg. Behrami konnte nicht wie erhofft Einfluss nehmen, vor allem in der Rückrunde nicht mehr, als er wegen Verletzungen und einer Rotsperre 11 von 17 Spielen verpasste. Nach dem Platzverweise in Bremen kam Behrami unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia nicht mehr zum Einsatz. In Hamburg hiess es, Behrami sei in der Schlussphase der Saison verletzt gewesen. Im Spiel der Schweiz in der EM-Qualifikation in Litauen - nur zwei Wochen nach den Barrage-Spielen des HSV - stand Behrami dann aber doch 90 Minuten auf dem Platz.

Nun kehrt Behrami also nach vier Jahren nach England zurück, wo er zwischen Sommer 2008 und Januar 2011 für West Ham United gespielt hat. Der Watford Football Club schaffte nach acht Jahren wieder den Aufstieg in die höchste Spielklasse. In der neuen Saison wird das Team, zu dem mit Almen Abdi ein weiterer Schweizer gehört, vom Spanier Quique Sanchez Flores trainiert. Der Serbe Slavisa Jokanovic hatte Watford zwar zurück in die Premier League geführt, konnte sich dann aber mit dem Management nicht über einen neuen Vertrag einigen.

Der Klub aus Watford, rund 27 km nördlich von London gelegen, hat durchaus eine schillernde Vergangenheit. So war der Klub zwischen 1976 und 1987 im Besitz des Sängers Elton John, der dem Klub nach dem Verkauf noch bis 2002 vorstand. In seiner letzten Saison als "Chairman" engagierte Elton John den in England äusserst populären Italiener Gianluca Vialli als Trainer. Es war die Zeit, in der auch der Schweizer Verteidiger Ramon Vega seine Karriere im roten-gelben Shirt von Watford ausklingen liess.

Seit rund sieben Jahren gehört der Klub dem Italiener Giampaolo Pozzo, der auch den Serie-A-Verein Udinese führt. Die Verbindung Udinese-Watford könnte womöglich bald zu einem weiteren Transfer eines Schweizers in den Norden von London führen. Gökhan Inler, den Pozzo einst von Zürich nach Udine gelotst hat, soll ebenfalls beim Premier-League-Aufsteiger im Gespräch sein.