Barrage

Vaduz und Thun im Duell nach starkem Frühling

Thuns Trainer Marc Schneider (rechts) mit seinem neuen Schlüsselspieler Leonardo Bertone

Thuns Trainer Marc Schneider (rechts) mit seinem neuen Schlüsselspieler Leonardo Bertone

Bleibt der FC Thun in der Super League oder steigt Vaduz auf? Die Barrage-Partien von Freitag und Montag werden es weisen. Das Hinspiel findet um 18.15 Uhr in Vaduz statt.

Ein Spektakel wie 2019, als die Barrage nach sieben Jahren wieder eingeführt worden war, kann nicht erwartet werden. Aarau gewann in Neuenburg 4:0. Xamax setzte sich in Aarau 4:0 durch und behielt den Platz im Oberhaus mit einem Sieg im Penaltyschiessen.

Sehr spannend könnte es heuer trotzdem werden, denn der Neunte der Super League und der Zweite der Challenge League haben ähnliche Saisonverläufe erlebt. Thun sah nach der Herbstrunde mit nur 9 Punkten aus 18 Spielen und als abgeschlagener Letzter schon wie der Direktabsteiger aus. Zwei Zuzüge in der Winterpause und eine kaum für möglich gehaltene Steigerung erlaubten es den Berner Oberländern, die drittbesten Mannschaft der Rückrunde (hinter YB und St. Gallen) zu werden. Da aber der Rivale Sion im Finish der Meisterschaft ebenfalls fleissig punktete, kam Thun trotz seiner 38 Punkte zuletzt nicht über den 9. Platz hinaus. In der 2003/04 begonnenen Zeit der Super League hatte nur zweimal ein Zweitletzter besser abgeschnitten: Aarau mit 42 Punkten 2014, die Grasshoppers mit 39 Punkten 2018. Aarau und GC stiegen jeweils ein Jahr später direkt ab.

Auch für die Vaduzer verlief die erste Saisonhälfte nicht gut. Nach acht Runden war nur Chiasso hinter ihnen klassiert - zu einem Zeitpunkt, als noch längst nicht bekannt war, dass keine Mannschaft aus der Challenge League würde absteigen müssen. Noch nach 31 Runden deutete nichts darauf hin, dass die Liechtensteiner eine Chance bekommen würden, nach drei Jahren wieder aufzusteigen. Sie lagen sieben Verlustpunkte hinter den zweitplatzierten Grasshoppers. Aber die Zürcher liessen schwer nach. Erst in der 35. Runde wendete sich das Blatt, nachdem GC überdies das Nachtragsspiel in Wil verloren hatte.

Vaduz und Thun sind Klubs, die in Ruhe und ohne Getöse arbeiten. Die Trainer Mario Frick respektive Marc Schneider sind Einheimische - weit gereist in ihren Karrieren als Spieler, aber schon vor längerem zurückgekehrt. Frick amtet seit zwei Jahren, Schneider als dienstältester Trainer der Super League seit drei Jahren.

In der Theorie müssten die Schwächsten der Super League und die Besten der Challenge League etwa gleich stark sein. Thun und Vaduz trafen in der Qualifikation zur Europa League 2015/16 aufeinander - beiden Spiele endeten unentschieden. Die Thuner kamen dank der Auswärtstore-Regel weiter.

Auswärtstore sind nicht mehr mehr wert

In der Barrage kommt diese bei Torgleichheit nicht zu Trage. Ein 0:1 auf fremdem Platz ist also gleich viel wert wie ein 1:2. Ist der Torvergleich nach dem Rückspiel ausgeglichen, geht die Barrage in eine Verlängerung und eventuell in ein Penaltyschiessen.

Der FC Thun bringt für den sportlichen Überlebenskampf mehr Erfahrung mit als die meisten anderen Klubs. Seit ihrem letzten Aufstieg im Sommer 2010 wurden die Thuner vor vielen Saisons als erster Abstiegskandidaten gehandelt. Abgestiegen sind sie nie.

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