Von dem noch im Rennen befindlichen Quartett haben nur die US-Girls und die Skandinavierinnen schon Halbfinal-Erfahrung, während die Equipe Tricolore und die Asiatinnen erstmals in der Runde der letzten vier stehen. Die USA haben bisher immer eine WM-Medaille heimgebracht und gelten als Top-Favorit vor den Schwedinnen, die 2003 im Finale standen und 1991 Zweite waren.

Im Lager der Blau-Gelben ist man hungrig nach dem ersten Titel. Der Optimismus in Schweden ist gross. "Wir sind total gut eingespielt und bis ins Detail bestens auf unsere Gegnerinnen eingestellt", meinte Abwehrfrau Sara Larsson, die mit ihren Mitstreiterin die USA in der Gruppenphase 2:1 besiegt hatte. Rekord-Nationalspielerin Therese Sjögran, die in der US-Profiliga ihr Geld verdient, macht kein Hehl aus dem Erfolgshunger: "Wir haben einen Lauf wie schon seit sehr, sehr langem nicht mehr."

Deutschland-Bezwinger Japan weist gegen Schweden eine negative Bilanz (zwei Spiele, zwei Niederlagen, kein erzieltes Tor) auf, aber er hat gegenüber Europa zuletzt mächtig aufgeholt. "Wir haben uns seit der WM vor vier Jahren weiterentwickelt, dazu haben wir viel Geduld aufgebracht", sagte Teamchef Norio Sasaki, dessen Captain Homare Sawa posaunte: "Wir wollen eine Medaille gewinnen, auf das WM-Podest!"

Die Französinnen, die wie Japan und die USA als Gruppen-Zweiter ins Viertelfinale einzogen und dort England im Elferschiessen eliminierten, bauen vor allem auf ihre Offensivkraft Marie Laure Delie. "Das Trikot beflügelt und motiviert mich bis in die Haarspitzen. Wir sind schon für Olympia 2012 qualifiziert, nicht als Touristinnen hier und wollen auch noch die restlichen Spiele gewinnen und den Titel holen", sagte die Stürmerin von Montpellier, die es in 26 Länderspielen auf 23 Tore gebracht hat.

"Wir sind jetzt hoffentlich der Topfavorit", meint selbstbewusst Alex Krieger, die für die USA im Viertelfinal gegen Brasilien den entscheidenden Elfer zum 5:3 nach der Verlängerung verwandelte. Der WM-Titel ist auch der Traum von Hope Solo, die 2007 in Gedenken an ihrem kurz davor gestorbenen Vater vor jedem Spiel seine Asche im ihrem Tor verstreut hatte. Damals ohne Happy-End, in der Runde der letzten vier war gegen Brasilien Endstation gewesen. Danach wurde sie aus dem US-Team von Coach Greg Ryan verbannt und erst durch die neue schwedische Teamchefin Pia Sundhage zurückgeholt.