Fifa-Skandal

US-Justiz weitet Ermittlung auf 16 Funktionäre aus

Hat 16 weitere FIFA-Funktionäre im Visier: US-Justizministerin Loretta Lynch.

Hat 16 weitere FIFA-Funktionäre im Visier: US-Justizministerin Loretta Lynch.

Das US-Justizministerium ermittelt im Fifa-Korruptionsskandal gegen 16 weitere hochrangige Fussball-Funktionäre. Darunter ist auch das ehemalige Fifa-Exekutivmitglied Ricardo Teixeira.

Die amerikanischen Ermittlungsbehörden haben am Donnerstag die Anklage gegen hochrangige Fussballfunktionäre ausgeweitet – und die Namen von 16 neuen Angeschuldigten aus dem lateinamerikanischen Raum bekannt gegeben.

Ihnen wird vorgeworfen, in den vergangenen zwei Dekaden von der Austragung von Fussball-Spielen finanziell profitiert zu haben. Auch sollen im Vorfeld der Fifa-Präsidenten-Wahl 2011 Schmiergelder geflossen sein.

Auf der Liste befinden sich Fifa-Vizepräsident Alfredo Hawit, Präsident des Fussballdachverbandes für Nord- und Mittelamerika (CONCACAF), und Juan Ángel Napout, Präsident des Südamerikanischen Fussballverbandes (CONMEBOL).

Hawit, der aus Honduras stammt, und Napout, ein Paraguayer, waren am Donnerstagmorgen auf Wunsch der amerikanischen Behörden in Zürich verhaftet worden. Sie befinden sich in Auslieferungshaft.

Unter den weiteren in Brooklyn (New York) angeklagten Funktionären handelt es sich unter anderem um die Präsidenten der Fussball-Landesverbände von Brasilien, Panama, Guatemala und Ecuador.

Ebenfalls angeklagt wurde der ehemalige honduranische Staatspräsident Rafael Callejas. Damit umfasst die Liste der von der amerikanischen Justiz angeschuldigten Fussballbosse nun 27 Personen.

Das Justizministerium gab gestern bekannt, dass sich in den vergangenen sechs Monaten acht Funktionäre für schuldig erklärt hätten. 40 Millionen Dollar wurden beschlagnahmt.

Drei dieser Funktionäre befanden sich auf der ursprünglichen Liste von Angeklagten, die im Frühjahr öffentlich gemacht worden war. Unter diesen reumütigen Personen befindet sich auch der ehemalige Fifa-Vizepräsident Jeffrey Webb, der den Fussballverband CONCACAF von 2012 bis 2015 präsidierte.

Blatter weiterhin im Visier?

Nicht auf der Liste der Amerikaner befindet sich weiterhin Sepp Blatter, suspendierter Fifa-Präsident. Justizministerin Loretta Lynch wollte gestern an einer Pressekonferenz nicht verraten, ob sich die Ermittlungen weiterhin gegen den Schweizer richteten.

«Die Ermittlungen dauern an.» Sie wies Kritik von Blatter an der Arbeit der amerikanischen Justiz zurück. Blatter wisse wohl, dass es sich bei der Anklage nicht um eine Revanche der Amerikaner halte, sagte Lynch.

Blatter hatte zuvor sinngemäss behauptet, die USA seien wütend, weil sie seit 1994 keine Fussball-Weltmeisterschaft mehr ausrichten durften. Sie könne sich gut vorstellen, dass Blatter sich derzeit durch die mehr als 230 Seiten zählende Anklageschrift arbeite, sagte Lynch.

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