Super League

Urs Fischer ist nach seinem Ausraster auf Bewährung

Der Fokus des FCB-Trainers Urs Fischer liegt nun auf dem kommenden Spiel gegen GC.

Der Fokus des FCB-Trainers Urs Fischer liegt nun auf dem kommenden Spiel gegen GC.

Nach Lugano wartet nun GC als neue Herausforderung auf den FC Basel. Der FCB-Trainer spricht über die Nachwirkungen seines Ausrasters in Lugano und warnt vor den kriselnden Hoppers, die besonders gegen den Tabellenleader top motiviert sind.

So wie in Lugano letzte Woche hat man FCB-Coach Urs Fischer noch nie gesehen. Mit erhobenem Zeigefinger brüllte er Nicholas Townsend, den Athletik-Trainer der Tessiner, an. Townsend soll ihn und seine Kollegen als «coglioni», Vollidioten, beschimpft haben, so Fischer. «Ich habe mich in etwas reingesteigert», sagt er nun mit etwas Distanz. Gleich mehrere Leute mussten ihn zurückhalten, damit er nicht auf den Provokateur losging.

Seine Reaktion hätte nichts mit Druck oder Nervosität zu tun gehabt, erklärt Fischer. «Wir werden im Stadion zwar oft beleidigt, selbst von Teenagern, aber so etwas habe ich von einem gegnerischen Staff-Mitglied in meiner Trainer-Karriere noch nie zu hören gekriegt», versucht er sich zu erklären. Trotzdem bereut er seine Reaktion, findet, er hätte sich unter Kontrolle haben müssen. Nicht in erster Linie wegen der rund 600 Franken, die ihn der Vorfall gekostet hat. Sondern weil er sich seiner Vorbildfunktion bewusst ist.

Für FCB-Trainer Urs Fischer hat sein Ausraster in Lugano Konsequenzen. Die Liga setzt ihn auf Bewährung.

Für FCB-Trainer Urs Fischer hat sein Ausraster in Lugano Konsequenzen. Die Liga setzt ihn auf Bewährung.

Schliesslich erwarte er von seinen Spielern auch, dass sie ihre Emotionen im Griff hätten. Mit der Berappung der Busse ist der Vorfall aber nicht abgeschlossen. Fischer gesteht: «Ich bin auf Bewährung.» Heisst: Sollte er erneut die Beherrschung verlieren, würde sich sein Ausraster in Lugano strafverschärfend auswirken.

GC in Zürich immer Sieger

Und jetzt kommt GC. Innert vier Tagen prügelten die Young Boys die Zürcher zweimal aus dem Stade de Suisse: 4:0 am Sonntag in der Meisterschaft, 5:0 gar im Cup am Mittwoch. In den letzten drei Partien hat GC 13 Tore kassiert. Innert weniger Tage wurde der Rekordmeister vom potenziellen Riesentöter zum Abstiegskandidaten.

Doch Urs Fischer warnt: «Ob sie in einer schlechten Phase stecken oder nicht, gegen uns sind sie immer besonders motiviert. Und man darf nicht vergessen, GC hat zwar alle Auswärtsspiele verloren, zuhause aber immer gewonnen.» Da kann selbst Basel nicht mithalten: Gegen den FC Thun reichte es dem FCB beim bisher schwächsten Auftritt diese Saison bloss zu einem 1:1.

Fischer hat guten Grund, zu mahnen. Letzte Saison gelang es nur GC, den Serienmeister zweimal zu bezwingen. Und Niederlagen gegen GC schmerzen Ex-FCZ-Spieler und -Trainer Urs Fischer besonders, auch wenn er das so nie sagen würde. Kommt hinzu, dass sein Team im Cup gegen Tuggen zwar souverän mit 4:1 gewann, aber letzten Samstag in der Meisterschaft gegen ein auf dem Papier klar schwächeres Lugano bloss 2:2 spielte. Ein Sieg muss also her gegen GC. Umso mehr, weil Basel nächsten Dienstag Paris Saint-Germain empfängt. Es gibt kein besseres Doping für die Königsklasse als einen klaren Sieg gegen einen Krisen-Klub.

Kranke Kicker

Für diese Mission wird Fischer allerdings auf einige Spieler verzichten müssen. Renato Steffen und Daniel Hoegh trainierten gestern nach überstandener Krankheit zwar wieder, allerdings in reduziertem Umfang. Für heute reicht es aber nicht. Noch gar nicht mittun konnte Alexander Fransson. Auch der Schwede ist krank. Zudem fehlen der langzeitverletzte Manuel Akanji und Kevin Bua, der sich im Cup gegen Tuggen einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zuzog und wohl während mehrerer Wochen ausfallen wird. Prognosen dazu will man beim FCB keine abgeben.

Fünf Ausfälle kann der FCB mit seinem 27-Mann-Kader problemlos verkraften. Überhaupt scheint, als ob sich die Basler gegen die kriselnden Hoppers nur selbst in die Quere kommen könnten. Eine Gefahr, die durchaus besteht. Denn die Meisterschaft scheint praktisch gelaufen zu sein. Basel ist zwar bei weitem nicht immer brillant, aber noch immer ungeschlagen. Das kann schnell zur Selbstverständlichkeit werden. Wie hält man da die Spannung hoch? «Dafür sind in erster Linie die Spieler verantwortlich», sagt Urs Fischer. Zudem helfe der grosse Konkurrenzkampf im Team.

Sollte der FCB aber gegen GC verlieren, dürfte Urs Fischer wieder toben.

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