Treffen

Ueli Maurer zu Besuch in Russland: Warme Worte im Kreml

«Ich verstehe mich gut mit Wladimir Putin»: Bundespräsident Ueli Maurer im Kreml. Bild: Kremlin Pool/EPA

«Ich verstehe mich gut mit Wladimir Putin»: Bundespräsident Ueli Maurer im Kreml. Bild: Kremlin Pool/EPA

Bundespräsident Ueli Maurer trifft Wladimir Putin – man gibt sich einander zugewandt.

Erst Donald Trump, dann Xi Jinping, nun Wladimir Putin. Noch nie hatte ein Schweizer Bundespräsident den amerikanischen, den chinesischen und den russischen Präsidenten innerhalb eines Jahres getroffen. Ueli Maurer hat die Reihe mit seinem Arbeitsbesuch in Moskau gestern komplettiert.

«Die Schweiz ist Russland stets verpflichtet, weil Russland auf dem Wiener Kongress wesentlich zum Erhalt der Schweiz beigetragen hat», sagte Maurer im Kreml und verwies dabei auf das Einstehen des Russischen Reiches für eine souveräne und neutrale Schweiz 1815. Es ist vor allem diese Neutralität, die Russland bis heute schätzt. Auch deshalb hat das Land der Schweiz das Georgien-Mandat gegeben. Seit dem August-Krieg 2008 und dem Abbruch der offiziellen Beziehungen zwischen Moskau und Tiflis übernimmt die Schweizer Diplomatie ein Schutzmachtmandat für Russland in Georgien und für Georgien in Russland.

Wirtschaftsbeziehungen sollen weiterwachsen

Zwischen den Zarenstatuen im Empfangssaal des Kreml gaben Maurer und Putin sich einander zugewandt. Der Warenumsatz zeige «gute Werte», sagte Putin. Er ist im Vergleich zu 2017 um 22 Prozent auf 7,3 Milliarden Franken gestiegen. Die Schweiz exportiert pro Jahr Waren im Wert von etwa 2,5 Milliarden nach Russland, vor allem Uhren, Maschinen und Medikamente. Im Vergleich zu anderen Ländern ist Russland allerdings ein kleiner Markt. Maurer sprach denn auch von «mehr Stoff, um wirtschaftliche Beziehungen zu verbessern». Er wünschte sich einen besseren Zugang für Schweizer Unternehmen.

Auf der russischen Seite war das Treffen hochrangig besetzt. Neben Aussenminister Sergej Lawrow nahmen auch der Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin und der stellvertretende Ministerpräsident Vitali Mutko teil. Maurer beschrieb die Gespräche als offen und angenehm. «Ich verstehe mich gut mit Wladimir Putin», sagte Maurer, der in Moskau auch Schweizer Unternehmer getroffen hatte. Am Abend flog er nach Kasachstan.

Zuletzt hatten sich Putin und Maurer 2014 bei den Olympischen Spielen in Sotschi getroffen. Mit seiner völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim hat sich Russland international isoliert. Doch langsam ist Moskau wieder ein beliebtes Ziel für westliche Staatschefs.

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