FIFA
Ueli Maurer: «Korrupte Sportverbände auch bestrafen»

Sportminister Ueli Maurer reagiert auf den Korruptionsskandal in der Fifa. «Ich bin klar der Meinung, dass Korruption und Bestechung auch im Bereich Sport bestraft werden muss.» Er wolle keine Schlupflöcher mehr dulden.

Niklaus Ramseyer
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Ueli Maurer findet seine Aufgabe als Armee-Chef faszinierend (Archiv)

Ueli Maurer findet seine Aufgabe als Armee-Chef faszinierend (Archiv)

Keystone

Herr Bundesrat, Korruption ist beim Olympischen Komitee nicht unbekannt, bei der Uefa sollen etwa mal dicke Couverts ausgetauscht worden sein. Jetzt erweist sich auch der internationale Fussballverband Fifa als korrupt: Zwei Stimmberechtigte waren bereit, sich für grosse Geldbeträge kaufen zu lassen. Überrascht Sie das als Sportminister?

Ueli Maurer: Nein, überrascht bin ich nicht. Denn im Fussball gibt es tatsächlich Grauzonen, in denen man solche Sachen schon immer vermutet oder auch konkrete Hinweise gehabt hat. Darum ist es gut, dass das jetzt mal auffliegt.

In der Schweiz gibt es dabei einen komischen Kontrast: In Stadien und auf Spielfeldern drohen Sportlern, die grobe Fouls begehen, harte Strafen oder gar der Richter. Bei korrupten Verbänden und Spitzenfunktionären macht das Gesetz hingegen eine Ausnahme und sieht weg. Wieso?

Maurer: Man hat wohl gar nicht daran gedacht. Darum besteht hier eine Lücke. Aber im Sport fliesst immer mehr Geld und das fördert solche Vorfälle. Man sieht es ja auch bei allen möglichen und unmöglichen Wetten, wo betrogen wird. Wir müssen solche Tatbestände zur Kenntnis nehmen – und die Voraussetzungen schaffen, dass auch hier die Fehlbaren bestraft werden können.

Sie wollen also Ausnahmen für Sportverbände in den Gesetzen gegen Korruption und Bestechung aufheben?

Maurer: Ich bin klar der Meinung, dass Korruption und Bestechung auch im Bereich Sport bestraft werden muss. Da kann man keine Schlupflöcher dulden. Die entsprechenden Gesetze müssen ergänzt werden.

Die Fifa hat jetzt ihre zwei korrupten Funktionäre beurlaubt und untersucht selber. Genügt das?

Maurer: Nein. Wenn ich bei der Fifa wäre, würde ich das von aussen untersuchen lassen. Weil der Vorwurf jetzt schon in der Luft liegt, da sei intern nicht genau genug geschaut worden. Wer eine Untersuchung wirklich ernst meint, muss sie durch Dritte machen lassen. Aber da ist wohl das Interesse nicht so gross, weil eventuell die Grauzone grösser ist, als man bisher angenommen hat.