Challenge League
Trifft Marijan Urtic auch im Wohler Heimspiel gegen Le Mont?

Beim FC Wohlen ist er nach dem 1:1 zum Saisonauftakt beim FC Aarau der Mann der Stunde: Marijan Urtic. Schafft er als nächster nach Alban Pnishi, Mario Bühler und Roman Buess den Sprung in die Super League?

Ruedi Kuhn
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Marijan Urtic bejubelt sein Ausgleichstor gegen den FC Aarau

Marijan Urtic bejubelt sein Ausgleichstor gegen den FC Aarau

Keystone

Der FC Wohlen als Sprungbrett für aufstrebende Spieler? Da gibt es einige Beispiele! Simone Rapp hatte einen Vertrag bis 2018. Nun spielt er für den FC Thun. Kevin Pezzoni hatte einen Vertrag bis 2016. Nun spielt er für Wehen Wiesbaden. Alban Pnishi, Mario Bühler und Roman Buess spielten bis Ende der letzten Saison für die Freiämter. Heute steht Pnishi bei GC, Bühler bei Vaduz und Buess bei Thun unter Vertag.

Weil die Verträge von Pnishi, Bühler und Buess Ende Juni ausgelaufen sind, konnten sie den FC Wohlen ablösefrei verlassen. Bei den Transfers von Rapp und Pezzoni dürfte der frühere Verwaltungsratspräsident René Meier dafür gesorgt haben, dass die Freiämter in finanzieller Hinsicht nicht zu kurz gekommen sind. Da stellt sich doch die Frage, wer denn der nächste Spieler des FC Wohlen ist, der den Sprung in eine höhere Liga schafft.

Urtic belohnte sein Team gegen Aarau

Etwa Marijan Urtic? Gut möglich! Der 24-Jährige ist beim Freiämter Challenge Ligisten der Mann der Stunde. Nach seinem Tor in der 85. Minute zum 1:1 im Derby gegen den FC Aarau im Brügglifeld brachen alle Dämme. Der Treffer zum Ausgleich war der Lohn für die Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit.

Wird Urtic bald ein Thema in der Super League?

Es war Martin Rueda, der den Rechtsverteidiger Marijan Urtic eine Linie nach vorne beorderte. Der 24-Jährige dankte dies seinem Trainer mit drei Toren in zwei Spielen gegen den FC Thun, sowie dem wichtigen Ausgleich im Derby zum Saisonstart. Dass Urtic die Treffer in bester Torjäger-Manier erzielte, überrascht Rueda nicht: «Wir wissen um Marijans Näschen, er hat seinen Torinstinkt auch im Training mehrmals unter Beweis gestellt.» Dabei spielt Urtic nicht aufgrund seiner Gefahr im gegnerischen Strafraum auf der Rechtsaussen-Position. «Er soll der bisher eher unausgewogenen rechten Seite die nötige Stabilität verleihen», erklärt Rueda. Dem ehemaligen FC-Luzern-Spieler attestiert Wohlens Trainer grosses Potential: «Wenn sich Marijan weniger Auszeiten während dem Spiel gönnt und präsenter auftritt, wird er bald ein Thema für die Super League sein.» (fas)

Urtic selbst bleibt gelassen. «Natürlich habe ich mich über mein Tor gefreut», sagt er. «Aber es geht nicht in erster Linie um mich, sondern um den Erfolg der Mannschaft. Wir wollten das erste Spiel der Saison auf keinen Fall verlieren. Und das haben wir geschafft.»

Marijan Urtic wurde als Sohn eines aus Kroatien stammenden Auswandererpaares in der Schweiz geboren und ist im luzernischen Reussbühl aufgewachsen. Vater Ivan (57) ist als Lastwagenchauffeur und Kranführer tätig, Mutter Marija arbeitet als Pflegerin in einem Altersheim. Nach der Schulzeit absolvierte Urtic eine vierjährige Lehre zum Polymechaniker bei der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees.

Urtic hält den Ball flach

Als Junior spielte Urtic für den FC Littau und den FC Luzern. Seit 2011 ist er Profi. Fussball ist sein Ein und Alles. «Wenn ich nicht selbst im Einsatz bin, schaue ich mir möglichst viele Spiele der europäischen Topligen in England, Spanien und Deutschland an», sagt er.

Kann es sein, dass Urtic während einer Partie der Premier League von einem Engagement bei seinem Lieblingsverein Liverpool träumt? «Halten wir den Ball flach», erklärt er lächelnd. «Mein Ziel ist die Super League. Schaffe ich das, bin ich schon ganz zufrieden.»

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