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Trainer Vladimir Petkovic nach dem WM-Aus: «Es fehlten mir die Emotionen»

Die Enttäuschung ist gross bei den Schweizer Spielern kurz nach Spielschluss.

Die Schweizer Nati ist nach der 0:1-Niederlage gegen Schweden ausgeschieden. Nach einer, vor allem offensiv schwachen Leistung, scheiterte die Schweiz wie so oft im Achtelfinal. Das sind die Reaktionen nach dem Achtelfinal-Out der Schweizer.

Vladimir Petkovic (Trainer):

«Wir spielten in Ballbesitz mit zuwenig Tempo. In der zweiten Halbzeit erhöhten wir das Tempo. Aber im Abschluss fehlte der letzte Zwick. Wir gratulieren den Schweden. Sie haben mit hohen Bällen immer wieder Chancen provoziert. Auf unserer Seite fehlten mir die Emotionen. Warum die Emotionen fehlten, ist im ersten Moment nicht einfach zu erklären. Natürlich hängt das auch mit dem Gegner zusammen. Vielleicht hatten wir Angst (vor der Niederlage), die letzte Überzeugung fehlte. Wir spielten zu unpräzis und es gelang uns bis zuletzt nicht, die Emotionen zu finden. Aber in der Qualifikation bekundete beispielsweise Italien gegen Schweden die gleichen Probleme wie jetzt wird. Ob wir versagt haben? Ich denke nicht. Aber die Partie lief für uns nicht günstig. Und am Ende stand es eben 0:1. Aber wir gewinnen als Team und verlieren als Team.»

  

Yann Sommer (Torhüter):

«Die Enttäuschung ist gross, es ist eine bittere Pille. Es wäre eine riesige Chance gewesen. Nun ist das Projekt vorbei, in das man soviel gegeben und investiert hat. Es wird ein paar Tage dauern, bis das alles verarbeitet ist. Wir wussten, dass es auf viele kleine Details ankommt. Insgesamt konnten wir zu wenig Torgefahr erzeugen, die Schweden hatten in der ersten Halbzeit mehrere grosse Chancen. Wir hatten in den vergangenen Wochen ein paarmal Glück, diesmal lief es gegen uns. Wir wollten unbedingt in diesen Viertelfinal und gaben alles dafür. Aber es hat nicht gereicht.»

  

Die wichtigsten Szenen des Spiels:

Schweiz-Schweden: die Schlüsselszenen des Spiels

Steven Zuber:

«Wir sind sehr, sehr enttäuscht. Die Art und Weise, wie wir ausgeschieden sind, ist schlecht. Das Gegentor war für uns unglücklich - mit diesem abgefälschten Schuss. Ansonsten haben uns die Schweden nicht gross beunruhigen können. Im Spiel gegen vorne ist uns aber nicht so viel gelungen, wie wir uns das gewohnt sind und wie wir das von uns auch erwarten. Und wir hätten die eine oder andere Chance nützen müssen, um in die Verlängerung zu kommen oder die Chance zu haben, das Spiel gewinnen zu können. Vielleicht hätten wir vor dem gegnerischen Strafraum schneller spielen müssen. Oder vor dem Tor vermehrt Pässe in die Tiefe suchen müssen. Etwas Positives kann ich diesem Spiel nicht abgewinnen.»

  

Johan Djourou:

«Das Ganze ist schwer zu akzeptieren. Schweden war nicht die bessere Mannschaft, das macht es umso bitterer. Uns hat ein wenig die Entschlossenheit gefehlt bei den letzten Pässen und im Abschluss. Beim Gegentor war auch Pech dabei, und es hat den Schweden natürlich jeden Vorteil gebracht. Auf den Seiten haben wir gut kombiniert. Die Hereingaben wurden von den Schweden gut verteidigt. Es ist uns nicht gelungen, etwas Besonderes zu kreieren. Die Enttäuschung ist jetzt gross, aber ich würde in dieser Mannschaft gerne weiterfahren.»

  

Ricardo Rodriguez: 

«Wir haben es probiert und wieder probiert. Leider haben sie ein unnötiges Tor gemacht, das war unglücklich für uns. Wir hatten selber auch ein paar Chancen. Es ist an diesem Turnier gegen alle Mannschaften schwer, das kann man ja auch in anderen Spielen sehen. Wir müssen jetzt weiter schauen, es wird weitergehen.»

  

Claudio Sulser (Delegierter Nationalmannschaft): «Die Enttäuschung ist sehr gross. Wir waren nahe dran, Geschichte zu schreiben. Aber wenn wir einen Gegner wie Schweden nicht bezwingen können, gilt es das zu akzeptieren. Meine erste Bilanz fällt positiv aus, aber am Ende sind wir nicht dort, wo alle hinwollten. Im Achtelfinal fehlte uns der Mut. In den Gruppenspielen zeigten wir souveräne Leistungen. Gegen Schweden fehlte, was gegen Brasilien und Serbien so gut gelaufen war. Es ist noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen. Da wollen wir doch zwei, dreimal drüber schlafen. Nächste Woche werden wir die Weltmeisterschaft analysieren und dann sofort nach vorne schauen. Aber es ist schon klar: In Russland bot sich eine Riesenchance. Solche Chancen begegnen einem im Leben nicht oft.»

  

Emil Forsberg (Schwedens Torschütze): 

«Man kann sagen, dass es ein typisch schwedischer Sieg war. Ob es verdient war, kann ich nicht sagen. Auch wenn wir nicht viele gute Chancen hatten, haben wir alles richtig gemacht. In der Abwehr haben wir nicht viel zugelassen. Ich wusste vor dem Spiel, dass wir Räume kriegen würden. Das habe ich genützt. Beim Tor hatte ich natürlich auch Glück. Beim Schuss muss ich den Ball natürlich besser treffen. Aber wenn der Schuss abgefälscht wird und so reingeht, dann nehmen wir das natürlich auch gerne.»

  

Robin Olsen (Torhüter Schweden): «Wir wussten vor dem Spiel, dass die Partie sehr schwierig und hart wird. Die Schweizer verfügen über eine starke Mannschaft mit vielen brillanten Individualisten. Für mich und für Schweden ist es natürlich wunderbar, dass wir jetzt in den Viertelfinals stehen.»

  

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